Kapellen in Bad Godesberg

Viel Arbeit für die Denkmalschützer

Bad Godesberg. Pünktlich zum Osterfest gibt es aus einigen Gemeinden im Stadtbezirk Bad Godesberg mal gute, mal weniger gute Nachrichten. So ist die Sanierung der Mehlemer Kapelle abgeschlossen. In der Marienkapelle in Rüngsdorf muss der Opferstock ausgetauscht werden. Und die Michaelskapelle am Fuße der Godesburg ist ins Förderprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufgenommen worden.

  • Die Mehlemer Kapelle erstrahlt in neuem Glanz. Das Gotteshaus, das 1681 errichtet wurde, hat ein neues Dach, einen neuen Kaiserstiel, einen neuen Fußboden und neue Fenster bekommen. Insgesamt kostete die Instandsetzung 50.000 Euro, sagte Peter Mähler vom Kirchenvorstand. 33.300 Euro kamen von St. Martin und Severin, 17.000 Euro waren Eigenmittel der Pfarrei.

    Doch warum war die Sanierung nötig geworden? Jahrhundertelang hatte der Kaiserstiel, der Pfahl in der Dachkonstruktion des Zwiebelturmes, gehalten. Doch nun wurde das Eichenholz, das das Dach gestützt hat, morsch. Ursache waren nach Auskunft des Zimmereibetriebs Jean Müller, der das faule Holz bereits Ende des vergangenen Jahres ausgetauscht hatte, Regen, Kälte, Frost und Hitze. Nachdem der Pfahl erneuert worden war, bekam das Dach eine neue Schiefereindeckung. Neben dem Boden und den Fenstern wollte die Gemeinde eigentlich auch den Innenraum streichen lassen. Der Landeskonservator aber, der von Anfang an mit im Boot war, "hat uns geraten, den Anstrich wegen der Atmosphäre noch so zu lassen, wie er ist", sagte Mähler.

    Seit die Sanierung beendet ist, ist auch die Glocke mit der Inschrift "O Mater Dei Memento Mei" (O Mutter Gottes gedenke meiner) wieder an ihrem Platz. Sie musste während der Arbeiten ausgelagert werden und war beim Hausmeister untergekommen, erzählt Kathi Schäfer, die die Kapelle gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter betreut, die Tür auf- und abschließt, nach den Kerzen schaut und zu Weihnachten eine Krippe aufbaut. Jetzt fehlt nur noch die frühgotische Holzstatuette der heiligen Barbara, dann ist alles wieder perfekt. Die wird übrigens gerade von einem Fassmaler saniert. Und wird in ungefähr zwei Monaten wieder an ihrem alten Platz stehen.
     
  • In der Rüngsdorfer Marienkapelle werden zurzeit (zwangsläufig) Instandsetzungsarbeiten durchgeführt: Der Opferstock muss ausgetauscht werden. "Er wurde mutwillig beschädigt und verklebt", sagte Dechant Wolfgang Picken. Es komme immer mal wieder vor, dass Unbekannte versuchen, mit Klebeschlingen Geldscheine aus dem Opferstock zu fischen. Das sei wohl dieses Mal auch passiert. Nun allerdings sei der Opferstock so stark verklebt, dass er nicht mehr befreit werden könne.

    Außerdem hätten die Unbekannten zusätzlich das Schlüsselloch verklebt. Das sei zum ersten Mal passiert. "Wir können ihn nicht erhalten", bedauerte Picken. Und weil der Opferstock eingemauert ist, ist der Austausch sehr aufwendig. Um sich den Schaden anzuschauen und herauszufinden, was genau gemacht werden muss, war die Kapelle kurz geschlossen. Das soll nicht mehr geschehen. Picken rechnet damit, dass der Austausch des Opferstocks, der insgesamt zwischen 1200 und 1400 Euro kosten wird, "im laufenden Betrieb erfolgen kann". Lediglich wenn die Wand gestrichen werde, könne es sein, dass die Kapelle für einen Tag geschlossen werden müsse.
     
  • Sie war einst Pfarrkirche der Bad Godesberger, bis sie für die wachsende Zahl der Gläubigen endgültig zu eng wurde und sich die Gemeinde zum Bau der Marienkirche entschloss. Die Rede ist von der Michaelskapelle unterhalb der Godesburg. Seit Jahren leidet das Kleinod unter Schäden an der Bausubstanz sowie an der inneren Ausschmückung. Doch jetzt scheint ein erster nennenswerter Schritt zur Rettung geschafft: Wie Hartmut Schiedermair vom Förderverein der Kapelle jetzt mitteilte, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das kleine Gotteshaus in ihr Förderprogramm aufgenommen. Sobald Pfarrgemeinde und Stiftung den Fördervertrag unterzeichnen, so Schiedermair, könnten rund 50.000 Euro in den Erhalt der Kapelle fließen.

    "Das wäre zumindest ein Anfang", sagt der emeritierte Professor, der früher an der Universität zu Köln Öffentliches Recht lehrte. Neben Feuchtigkeitsschäden bereitet dem Förderverein besonders der Zustand der Stuckdecke im Innern Sorge. "Wir hoffen sehr, dass wir im Sommer mit ersten Arbeiten beginnen können", sagt Schiedermair. Die Anschubfinanzierung und erste sichtbare Resultate, so seine Hoffnung, könnten dann auch Ansporn für private Spender sein. Die 1660 errichtete Kapelle ist das älteste und einzige noch erhaltene Baudenkmal der kurkölnisch-höfischen Architektur des späten 17. Jahrhunderts. So steht es auch in Reiseführern, wie sich gestern Früh erneut zeigte, als sich in der Morgensonne eine Besuchergruppe dem Denkmal eingehend widmete.