Bauprojekt an der Kennedyallee

Versteckte Villa in Bad Godesberg soll Neubau weichen

Hinter diesem verrosteten Eisentor befindet sich das verlassene und zugewucherte Grundstück an der Kennedyallee. FOTO: DENNIS SENNEKAMP

Hinter diesem verrosteten Eisentor befindet sich das verlassene und zugewucherte Grundstück an der Kennedyallee. FOTO: DENNIS SENNEKAMP

Bad Godesberg. Ein Bonner Investor will das verlassene Haus in Hochkreuz abreißen und dort neue Wohnungen für 15 Millionen Euro bauen. Die Stadt bereitet die Offenlage der Baupläne.

Noch sieht das Areal an der Kennedyallee aus wie die Kulisse eines Gruselfilms: Hinter einem verrosteten Eisentor führt ein verwilderter Pfad zum Haus Nummer 41. Eingerahmt ist das Ganze von einer hüfthohen Mauer und einer alten, schon lange nicht mehr leuchtenden Metalllampe. Folgt man dem von Laub und Gestrüpp überwucherten Weg, gelangt man nach kurzer Zeit zu einer unbewohnten Villa, die bereits seit vielen Jahren leersteht. Schon bald könnten auf diesem Grundstück 60 neue Wohnungen entstehen: Ein Bonner Investor will dort einen großen Gebäudekomplex bauen. Die Stadt plant nun die Offenlage und eine Bürgerbeteiligung.

„Die Gebäudeformen und die Anzahl stehen noch nicht endgültig fest“, sagt Lutz Kelle, Geschäftsführer des Bauträgers Rhegio Plus. „Entstehen soll aber laut aktueller Planung ein Komplex aus drei Gebäuden mit etwa 4000 Quadratmetern Fläche.“ Hinzu kommen noch eine Tiefgarage mit jeweils einem Parkplatz pro Wohneinheit sowie Fahrradstellplätze. „Ein- und Ausfahrt sollen auf Seiten der Kennedyallee liegen“, so Kelle. „Doch das hängt von der Feuerwehr und ihrem Sicherheitskonzept ab.“

Baubeginn im Herbst 2019?

Die Gebäude sollen zwei bis drei Geschosse haben mit rundum zurückgesetzten Staffelgeschossen, so der Vorhabenträger. Damit ergänze die Planung die anliegende Umgebung, die „durch eine Wohnbebauung mit zwei bis drei Vollgeschossen entlang der Kennedyallee und dem Langen Grabenweg bestimmt“ ist, wie es in dem von der Stadt veröffentlichten Konzept heißt. Darüber hinaus gebe es an der Matthias-Grünewald-Straße auch eine höhere Wohnbebauung mit bis zu fünf Vollgeschossen, so die Planung.

Der rot-gestrichelte Bereich an der Kennedyallee markiert das Planungsgebiet, auf dem die neuen Häuser entstehen sollen.

Der rot-gestrichelte Bereich an der Kennedyallee markiert das Planungsgebiet, auf dem die neuen Häuser entstehen sollen.

 

 

Das einen halben Hektar große Baugebiet wird im Norden durch die Matthias-Grünewald-Straße, im Osten durch die Bebauung am Langen Grabenweg, im Süden durch die Kennedyallee und im Westen durch die Häuser zwischen der Kennedyallee und der Matthias-Grünewald-Straße eingegrenzt. „Wenn alles klappt, wäre es unser Wunsch, im Herbst 2019 mit dem Bau beginnen zu können und die Villa, die schon seit Jahrzehnten leersteht, sich aber noch in Privatbesitz befindet, abzureißen“, so Kelle.

Nachbarschaft hat gemischte Gefühle

Kosten soll das Projekt 15 Millionen Euro – den Preis für das Grundstück inbegriffen. Der Planung hatten die Bezirksvertretung Bad Godesberg und der Planungsausschuss im Herbst 2016 bereits grundsätzlich zugestimmt. „Wir befürworten die Planung“, sagt auch Marc Hoffmann, Vizesprecher der Stadt. Denn: Es mangele an Wohnraum in der Stadt, wobei die Nachfrage stetig steige, heißt es in der neuen Beschlussvorlage. „Die Veranstaltung, in der wir die weiteren Planungen sowie die Bauzeichnungen und vielleicht auch ein Modell vorstellen, könnte im Februar stattfinden“, sagt Kelle. Die Bezirksvertretung soll am 6. Dezember nach dem Umweltausschuss den endgültigen Beschluss fassen.

Inzwischen hat sich die Nachricht, dass auf dem heruntergekommenen Grundstück neues Leben einziehen soll, längst in der umliegenden Nachbarschaft herumgesprochen. Die Pläne stoßen bei den Anwohnern auf gemischte Gefühle. „Ich finde es gut, dass dort endlich etwas passiert“, sagt zum Beispiel Anneliese Apel. „Ich wohne im dritten Stock des Nebenhauses und kann die Villa von dort aus schon lange nicht mehr sehen, so zugewuchert ist das Grundstück.“ Seit circa 20 Jahren soll sich dort schon nichts mehr getan haben, sagt sie. Eine weitere Anwohnerin ist nicht so begeistert von der Idee, dass dort Wohnhäuser entstehen sollen. „Ich genieße den Blick aufs Grüne“, sagt sie. „Wenn dort eine Baustelle ist, ist es mit der Ruhe erst mal vorbei.“