Tempo 30 mit Gegenverkehr Verkehr am Godesberger Tunnel rollt trotz Sperrung

Bad Godesberg. Schneller als gedacht ist die Stadt in der Nacht von Freitag auf Samstag mit den Vorarbeiten für die Sanierung des Bad Godesberger Straßentunnels fertig geworden. Während des Berufsverkehrs bleiben Staus in Bad Godesberg weitestgehend aus.

Das befürchtete Chaos rund um den Bad Godesberger Straßentunnel ist am Montag ausgeblieben. Während des Berufsverkehrs kam es – wie schon am Sonntag – kaum zu Staus. Die Autos fädelten sich flüssig ein, um einspurig durch die bergseitige Röhre zu fahren. Entsprechend blieb auch oberirdisch ein Stop-and-go auf der Koblenzer-, Moltke- und Bonner Straße aus.

Trotz eindeutiger Ausschilderung und Verkehrsführung kam es doch zur einen oder anderen Irritation. So wird mancher Fahrer aus der Wurzerstraße ganz langsam, wenn er merkt, dass er nicht mehr nach links in die Röhre abbiegen darf. So geht es dann weiter geradeaus in die Elsässer Straße, wo es nach der Eisenbahnunterführung ebenfalls nicht erlaubt ist, nach links – in die Bonner Straße – zu fahren. Trotzdem halten sich viele nicht an das von der Stadt gewollte Verbot. „Es ist alles ordnungsgemäß ausgeschildert“, sagt Monika Gehrmann, stellvertretende Leiterin des Tiefbauamtes, dazu. Wer an der Stelle in die Godesberger City will, müsse weiter geradeaus bis zur Friesdorfer Straße und dort nach links weiter zur Aennchenstraße fahren. Man habe extra darauf geachtet, dass die Kreuzung Elsässer- und Friesdorfer Straße vor Beginn der Tunnelsanierung fertig wird. Wie berichtet, kam dort ein neuer Arm in das Neubaugebiet hinzu, wo demnächst ein neuer Haribo-Shop entsteht.

Wer aus Bonn kommend von der B 9 in die City will, soll laut Beschilderung schon vor dem Tunnel nach rechts in die Hochkreuzallee fahren. Weiter geht es dann über die Godesberger Straße an Obi vorbei Richtung Bad Godesberg. An der Stelle ist es übrigens nicht mehr möglich, über die Rampe doch noch in den Tunnel zu fahren.

Bis Mitte Mai 2019 gibt es pro Fahrtrichtung nur noch eine Spur im Tunnel. Dort gilt Tempo 30, es wird geblitzt. In der gesperrten rheinseitigen Röhre werden demnächst 15 neue Luftabzüge für den geforderten Brandschutz eingebaut. Die Baustelle wird gerade eingerichtet. Im zweiten Bauabschnitt fließt der Verkehr dort hindurch, dann wird für neun Monate die bergseitige Röhre gesperrt und saniert.

Wegen der Sommerferien laufe es sowohl in Nord- als auch Südrichtung gut, so das Tiefbauamt am Montagnachmittag. Die Einspurigkeit in der geöffneten Tunnelröhre reiche jetzt noch aus. Zur Entspannung habe auch die neue Ampelschaltung beigetragen, da es wegen wegfallender Abbieger und Fußgängerüberwege in der Hauptrichtung mehr Grünzeiten gebe.

Feuertaufe bestanden

Die neue Verkehrsführung am Bad Godesberger Straßentunnel hatte am Wochenende ihre Feuertaufe bestanden. Nach ersten Staus am Samstag lief es am verkehrsarmen Sonntag recht reibungslos. Auch dank der guten Beschilderung fuhren alle zügig in die nun geöffnete Röhre, durch die es in den nächsten neun Monaten einspurig mit Gegenverkehr hindurchgeht.

Am Samstagmorgen mussten Autos aus Richtung Bonn wegen der ersten Umbauarbeiten noch über die Elsässer Straße und durch die Bad Godesberger Innenstadt fahren, um zurück zur B 9 in Richtung Mehlem und Koblenz zu kommen. Auch Autofahrer in der Gegenrichtung suchten sich eine oberirdische Umleitung. „Um ein Uhr waren alle hier“, sagte Manfred Eckel vom Tiefbauamt. Er ist normalerweise für Ampeln zuständig, sorgte am Wochenende aber dafür, dass mit den Tunnelarbeiten alles klappt. Es ging vor allem darum, in die bergseitige Röhre eine 1,9 Kilometer lange und 80 Zentimeter hohe Wand aus Betonelementen einzubauen, die die Fahrspuren voneinander trennt. Nun gilt statt Tempo 50 ein Limit von 30 Stundenkilometern, was auch per Starenkästen überwacht wird.

„Es war klasse. Die Firmen haben super mitgespielt“, lobte Eckel und war selbst überrascht, wie schnell alles fertig wurde. Am Samstagmorgen waren beide Röhren komplett gesperrt, weil die Kreuzungen an den Einfahrten im Süden und Norden ummarkiert wurden. Auch die Ampeln wurden neu programmiert. Schon am Mittag war schließlich der Zustand erreicht, der eigentlich erst ab diesen Montagmorgen gelten soll: dass sämtliche Fahrzeuge nur noch durch den Tunnel mit der Trennwand fahren. Auch die kurze Röhre am Ende der Bonner Straße ist nur noch für Autos aus Richtung City zur Godesberger Allee hin befahrbar. Die Rampe Godesberger Straße ist geschlossen. Google Maps zeigt bereits alle Sperrungen an.

Stau am Moltkeplatz

„Nun können sich die Leute daran gewöhnen, wie sie künftig fahren müssen“, sagte Eckel am Samstagnachmittag dem GA. Alles liefe rund, auch wenn es hier und da zu Beeinträchtigungen etwa für Radfahrer oder kleineren Staus am Moltkeplatz kommen würde. „Die Situation macht es unmöglich, dass wir alle Verkehrsteilnehmer zufriedenstellen können.“ Damit der Verkehr gut fließen könne, seien die Ampeln an der Hauptstrecke entsprechend geschaltet worden. Länger warten müssten einige Verkehrsteilnehmer, die aus Nebenstraßen kommen.

Nachdem es am frühen Samstagmorgen staumäßig eher ruhig war, standen die Autos wenig später am Moltkeplatz Stoßstange an Stoßstange. Trotz der Tunnelsperrung ist die Ampelschaltung am Linksabbieger von der Bonner in die Moltkestraße unverändert geblieben. Dort staut sich der Verkehr immer wieder in Richtung Süden. Maximal elf Autos biegen in einer Grünphase um die Ecke. „Anders geht es einfach nicht“, sagte Eckel.

Noch müssen sich Autofahrer auf die neuen Wege einstellen. „Wir haben heute auch den einen oder anderen Rotfahrer gesehen“, sagte Eckel am Samstag. Dies liege offenbar daran, dass sich einige Ampelschaltungen für Abbieger verändert hätten. „Wir werden das alles genau beobachten und gegebenenfalls nachbessern.“

Kosten von 8,5 Millionen Euro

Die nächste Belastungsprobe wird nach den Sommerferien erwartet, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind und täglich rund 40.000 Autos Bad Godesberg passieren müssen.

In den nächsten anderthalb Jahren wird in beiden Röhren nacheinander der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Es werden 30 neue Lüftungsklappen in die Decke eingebaut, die bei Feuer nahe am Brandherd den Rauch absaugen, sodass der sich nicht ausbreiten kann und sich die Menschen im Tunnel in Sicherheit bringen können. Die beauftragten Firmen werden im Tunnel im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten. Das alles wird 8,5 Millionen Euro kosten.

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