Spielplatz am Kapellenweg

Vandalismus nimmt im Sommer zu

Nach Vandalismus auf dem Spielplatz am Rüngsdorfer Kapellenweg sind Bereiche abgesperrt.

Nach Vandalismus auf dem Spielplatz am Rüngsdorfer Kapellenweg sind Bereiche abgesperrt.

Bad Godesberg. Unbekannte haben Ende April mehrfach Absperrungen auf dem Spielplatz am Kapellenweg in Rüngsdorf herausgerissen. In den Sommermonaten steigt laut der Stadt die Anzahl von Vandalismusschäden auf Spielflächen. Eine generelle Zunahme beobachtet sie aber nicht.

Im Januar hatte der Verein „Tolle Spielplätze für Bad Godesberg“ mehrere Büsche gepflanzt und diese mit Pflöcken und Flatterbändern markiert. Vier Monate ging alles gut. Doch dann schlugen Vandalen zweimal kurz hintereinander zu und rissen die Absperrung aus dem Boden. 35 Stangen lagen kreuz und quer herum und wurden teilweise zerstört.

„Die ganze Arbeit nochmal“, dachte sich Annette Windmeisser, Vorsitzende des Vereins. Ihren Ärger machte sie auch über Facebook Luft. Aber nur, um Vereinsmitglieder und andere Spielplatzbesucher erneut zu motivieren und zum Mithelfen zu bewegen. „Ansonsten sind mir auch keine Fälle von Vandalismus hier auf unserem Spielplatz bekannt“, sagte sie.

Das Wichtigste sei, dass die Pflanzen keinen Schaden genommen hätten. Die Büsche seien Teil eines inklusiven Konzepts. „Wir haben die Pflanzen aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften gezielt ausgewählt“, so Windmeisser. Dazu gehörten zum Beispiel eine weiche Oberfläche, ein starker Duft sowie kräftige Farben, um alle Sinne anzusprechen.

"Keine Spielplatz-Lobby"

Insgesamt 150.000 Euro habe der Spielplatz gekostet. Spender seien Unternehmen, Banken und Stiftungen, aber auch Privatpersonen und Schulen gewesen. „In Bonn gibt es leider keine Spielplatz-Lobby“, bedauerte Windmeisser. Die Pflege dieser Flächen beruhe vor allem auf Eigeninitiative.

Ein ähnliches Engagement wünsche sie sich auch von der Stadt. 2014 kam es schließlich zum Zerwürfnis, nachdem die Verwaltung mitgeteilt hatte, keine Haftung für den Spielplatz am Kapellenweg zu übernehmen. Seitdem will Windmeisser keine vergleichbaren Projekte mehr betreuen.

Die Stadt bestätigte derweil, dass die Zahl der Vandalismusschäden in der Sommersaison zunehme. Einen grundsätzlichen Anstieg könne die Verwaltung hingegen nicht bestätigen. Auch sei eine Aussage zu den Kosten, die durch Vandalismus entstehen, nicht möglich, da sie nicht gesondert ermittelt würden.

Was das jährliche Budget für die 331 öffentlichen Spielflächen angeht, gibt es hingegen konkrete Zahlen. Die Stadt veranschlagte für das Jahr 2016 insgesamt 425.000 Euro für die Instandhaltung von Sandkästen und Palisaden. Knapp 700.000 Euro stehen in diesem Jahr für die Reparatur und Neuanschaffung von Spielgeräten zur Verfügung. Insgesamt hält die Stadt 2016 damit rund 100.000 Euro mehr für Spielflächen bereit als noch 2015.

Um Vandalismus effektiv zu verhindern, müssten in Zukunft möglichst alle ins Boot geholt werden, sagt Windmeisser. Wenn mehrere Menschen in der Verantwortung stünden, gebe es es auch weniger Zerstörung: „Deshalb bieten wir auch Beteiligungsworkshops an.“ Schließlich seien Spielplätze besonders wichtig für ein friedliches Miteinander. Als „Orte der Integration“ seien sie innerhalb der Gesellschaft kaum zu ersetzen, findet Annette Windmeisser.