Geo-Show in der Uni-Bonn

Unterirdisches Wissen

Schüler und Lehrer aus der Region Köln/Bonn lernen bei der Geo-Show in der Aula der Universität Wissenswertes über die Erde.

BONN. Man sieht förmlich, wie es in den Köpfen der Schüler und Lehrer rattert: "Vielleicht die Rhone?" "Nein - die Camargue ist doch viel weiter westlich." Moderator Johannes Büchs spricht gerade mit dem Geologieprofessor Achim Kopf über submarine Hangrutschungen im Bereich des Flughafens von Nizza und möchte von seinem Publikum wissen, welcher Fluss dort ins Mittelmeer mündet.

"Der Var", meldet sich nach kurzem Zögern schließlich Wolfgang Fritzsche aus dem Auditorium. Und die Antwort ist korrekt. "Dafür gibt es einen Ammoniten", lobt Büchs den Geografie-Lehrer der Kölner Willy-Brandt-Gesamtschule und übergibt ihm eine der kleinen, bis zu 400 Millionen Jahre alten Fossilien, die er als Siegesprämien bereithält.

Kilometertiefe Bohrungen im Ozean und an Land

Warum forschen wir tief unter der Erde? Was findet man dort? Gemeinsam mit Geologen und anderen Wissenschaftlern ging Büchs solchen Fragen nach und präsentierte am Dienstagmorgen auf der Bühne der Universitätsaula die Geo-Show. Fast 500 Schüler aus der gesamten Köln-Bonner Region und ihre Lehrer konnten erfahren, wie man durch kilometertiefe Bohrungen im Ozean oder an Land Erkenntnisse über die Erdgeschichte gewinnt und wie diese Forschung dabei hilft, das Leben in Zukunft besser vor Tsunamis, Vulkanausbrüchen und den Folgen des Klimawandels zu schützen. Die Show gehört zum Rahmenprogramm der jährlichen Tagung der Tiefbohrprogramme IODP (International Ocean Discovery Program) und ICDP (International Continental Scientific Drilling Program) und fand nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr in Erlangen dieses Mal nun in Bonn statt. Das Programm wurde eigens für die geowissenschaftlichen Forschungsprogramme konzipiert und soll Schüler an das Forschungsgebiet heranführen.

Besonderer Höhepunkt der Show: Die Live-Schaltung auf das Forschungsschiff "Joides Resolution", die zwar mit einigen technischen Pannen zu kämpfen hatte, aber nichtsdestotrotz einen guten Einblick in die Aufgaben und den Alltag der Forscher im Indischen Ozean bot. Markus Fingerle erzählte den Schülern vor der Schalte von seinen Erfahrungen: Der Lehrer vom Peutinger-Gymnasium im schwäbischen Ellwangen hatte zuvor zwei Monate auf dem Forschungsschiff zugebracht, um per Videochat live in Schulstunden von den Forschungsaufgaben zu berichten.

Zum Schluss gab es dann noch ein ganz besonderes Anschauungsobjekt: Vor der Bühne lag mit Alufolie bedeckt ein ganz außergewöhnlicher, 18 Meter langer "Bohrkern". Der war allerdings essbar und entpuppte sich als ein seinem unterirdischen Vorbild nur nachempfundener Marmorkuchen, an dem sich die Zuschauer nach soviel geballter Wissensvermittlung stärken konnten.