Bonner Bezirksverordneter

Ulli Hauschild hört nach 34 Jahren Kommunalpolitik auf

Ulli Hauschild beendet eine abwechslungsreiche politische Karriere.

Ulli Hauschild beendet eine abwechslungsreiche politische Karriere.

Bad Godesberg. Der Bad Godesberger FDP-Politiker Ulli Hauschild hört nach 34 Jahren in der Kommunalpolitik auf. Sein Engagement galt in dieser Zeit auch der türkischen Partnerstadt Yalova und dem Ehrenamt als Bürgermeister. Für die FDP zieht jetzt Wolfgang Heedt in die Bezirksvertretung ein.

Ein echtes Urgestein verlässt in der Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 24. Januar nach 34 Jahren die kommunalpolitische Bühne: Ulli Hauschild wird als Bezirksverordneter verabschiedet. Wie die Bad Godesberger FDP mitteilt, hatte er sein Mandat bereits im Dezember aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Wolfgang Heedt, seit zwei Jahren Ortsvorsitzender der FDP Bad Godesberg, rückt in die Bezirksvertretung nach. „Mit mir wird es Kontinuität geben“, kündigte Heedt an. Zentrale Themen des Stadtbezirks habe der Ortsvorstand gemeinsam mit Hauschild entwickelt.

Einer der denkwürdigsten Auftritte von Ulli Hauschild war sicherlich, als er 2001 aus der CDU austrat, für die er seit 1994 im Bonner Stadtrat saß. Er hatte damals den Führungsstil von Fraktionschef Reiner Schreiber kritisiert und war zur FDP gewechselt. Ob für die CDU oder die Liberalen: In seiner Heimat Bad Godesberg kennt sich Hauschild bestens aus und hatte immer ein Gespür dafür, was die Menschen im Stadtbezirk bewegt. Er diskutierte pointiert, aber immer sachlich.

Nach seiner schweren Erkrankung ist Hauschild wieder auf den Beinen, manchmal fehlen ihm aber die richtigen Worte. Stundenlange politische Sitzungen mit Rededuellen schrecken ihn nicht – „das hätte schon wieder geklappt“, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit dem GA. Viel wichtiger ist ihm aber, rechtzeitig vor der nächsten Kommunalwahl einen Nachfolger aufzubauen. „Ich hatte sowieso vor aufzuhören, und der Mann ist gut“, sagte er über Heedt.

Internationale Besucher Bonns beeindruckte Hauschild in seiner Zeit als Bürgermeister 1999 bis 2004 und 2007 bis 2009: Es war für ihn Ehrensache, mit den Gästen einige Worte in der Landessprache zu wechseln. Eine besondere Beziehung hat er zu Yalova, der türkischen Partnerstadt von Bad Godesberg. Ob Nothilfe nach dem schweren Erdbeben 1999 oder zuletzt die Eröffnung des „Engelziz Café“, in dem Behinderte eine gastronomische Ausbildung bekommen – Hauschild hat sich nicht nur als Kommunalpolitiker, sondern auch als Freund und Rotarier für die Partnerschaft eingesetzt. Er ist der einzige nicht türkischstämmige Ehrenbürger der Stadt. 2011 erhielt er außerdem das Bundesverdienstkreuz. Die nächste Würdigung steht bevor: Bei ihrem Ortsparteitag am 21. Februar will die FDP ihn zur Wahl zum Ehrenvorsitzenden vorschlagen.

Hauschild ist nicht nur in der Politik, sondern auch im bönnschen Fastelovend zu Hause. Legendär ist seine Zeit als Präsident des großen Senats des Festausschusses Bonner Karneval. Beim Prinzenessen versteckte er Liedzettel unter den Tellern der Gäste, um die Bonna zu überraschen – und alle sangen mit.