Verkehrserziehung für Jugendliche

Trendiger Melonenhelm soll junge Radfahrer schützen

Sicher unterwegs: Die Jugendlichen der Johannes-Rau-Schule freuen sich über die 20 neuen Fahrradhelme.

PENNENFELD. Mit der Übergabe von 20 hochwertigen Fahrradhelmen an die Johannes-Rau-Schule hat der regionale Schulwettbewerb "Save your head" von "Der Thünker Business Center" und der "ZNS (Zentrales Nerven System) - Hannelore Kohl Stiftung" begonnen

Mit dem Projekt soll die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Rad-Verkehrserziehung angeregt werden.

"Derzeit findet die Rad-Verkehrserziehung fast ausschließlich in Grundschulen statt. Weiterführende Schulen greifen das Thema nur selten auf. Dort hängt es von einzelnen, engagierten Lehrkräften ab, ob Schülerinnen und Schüler weiter für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert werden", sagte Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, die von "einem Knallerprojekt" sprach.

Initiiert hatte das Projekt Lehrerin Karin Schicke, Projektleiterin der Fahrrad AG an der Johannes-Rau-Schule. "Ich bin total glücklich, dass wir jetzt so ausgestattet sind", freute sie sich. Gerade mal ein Drittel ihrer fünften Klasse trage zurzeit regelmäßig einen Fahrradhelm, so Schicke.

Das dürfte sich wohl ändern: Angesetzt sind in den nächsten beiden Schuljahren 24-mal zwei bis drei Wochenstunden für die Verkehrserziehung auf dem Rad. "Die trendigen Farben der so genannten Melonenhelme und die praktische Handhabung mit Magnet-Schnallen wird die Tragehelmquote erhöhen", sagte Helga Lüngen, Geschäftsführerin der Hannelore Kohl Stiftung.

"Als Frau Schicke uns von ihrem Projekt erzählte, waren wir sofort begeistert. Spontan haben wir einige Helme für die Teilnehmer der AG zur Verfügung gestellt", sagte Lüngen. "Leider ist die Helmtragequote, nicht nur hier an der Schule bei Jugendlichen erschreckend niedrig", sagte sie.

Für den Bonner Unternehmer und früheren Profi-Radrennfahrer Wilfried Thünker ist es wichtig, die Aufklärungsarbeit zu unterstützen. Das Konzept der Rau-Schule hat ihn so begeistert, dass er sich bereit erklärte, die Fahrrad-AG mit Helmen im Gesamtwert von rund 1000 Euro auszustatten. "Diese Aufklärungsarbeit und die Ausstattung mit einem gescheiten Helm braucht Geld, dass die Schulen und viele Familien nicht haben. Hier ist soziales Engagement von Unternehmen gefragt, noch dazu, wenn das Projekt quasi direkt vor unserer Haustür stattfindet."

Nach Angaben der "Hannelore Kohl Stiftung" verunglückten im vergangenen Jahr in Deutschland rund 46.000 Kinder und Jugendliche, 147 starben. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis verunglückten im selben Zeitraum 424 Kinder unter 18 Jahren.

"In der Altersgruppe unter 15 Jahren liegt die Tragequote bei etwa 15 Prozent", sagte Helga Lüngen. "Da ist noch Luft nach oben." Das sah auch Markus Tölle, Leiter der Verkehrsunfallprävention der Bonner Polizei, so. "Ich möchte dieses Projekt hier ausdrücklich loben."

Der Wettbewerb

Teilnehmen können alle weiterführenden Schulen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Jury setzt sich aus Vertretern der Initiatoren und Verkehrssicherheitsexperten zusammen. Ansprechpartner ist Heike Müller bei der "ZNS - Hannelore Kohl Stiftung" an der Duisdorfer Rochusstraße 24. Mehr unter [sym_tel] 0228/9 78 45-70 oder per E-Mail an h.mueller@hannelore-kohl-stiftung.de. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2015.