Kein Fischsterben durch Hitze

Toter Wels am Rhein wohl Opfer des Niedrigwassers

Ein rund 90 Zentimeter langer Wels

Ein rund 90 Zentimeter langer Wels (Symbolbild).

BAD GODESBERG. Am Rheinstrand in Bad Godesberg ist ein rund 20 Kilo schwerer toter Wels gefunden worden. Anders als vermutet, wurde er jedoch wohl kein Opfer der Hitzewelle.

Der tote Wels am Rheinstrand zwischen dem Rheinhotel Dreesen und der Bastei ist mehreren Spaziergängern aufgefallen. Er wog rund 20 Kilogramm, schätzt Christof Sender. Peter Effelsberg vermutet, dass der Vorfall auf die Hitze und erhöhte Wassertemperaturen zurückzuführen sei.

Damit liegt er allerdings falsch, wie Andreas Scharbert vom Rheinischen Fischereiverband in Siegburg auf Anfrage des GA erklärt. Die Fische im Mittel- und Niederrhein würden die große Hitzewelle dieses Sommers wohl überleben. Im Rheinland sei bisher kein Fischsterben festgestellt worden. "Die Fischarten, die es hier gibt, halten auch höhere Temperaturen noch aus", so Scharbert. Da der Rhein aufgrund seiner Strömungen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werde, sei auch in den nächsten Wochen kein Fischsterben zu erwarten. Doch garantieren will der Fachmann nichts: Bei sehr starken Unwettern könne es etwa zu Extremsituationen kommen, sodass dem Wasser Sauerstoff entzogen wird. Scharbert denkt, dass die größte Hitzewelle dieses Jahres schon vorbei ist.

Dass bei hohen Temperaturen dennoch manchmal tote Fische an Land gespült werden, begründet Scharbert mit dem sinkenden Wasserspiegel des Rheins. Bei Niedrigwasser müssen sich vor allem große Fischarten in Bereiche des Gewässers zurückziehen, auf denen Schifffahrt betrieben wird. "So kann es in Einzelfällen zur Kollision kommen."

Eine andere Situation herrscht in einigen Seitengewässern, die sich schneller aufheizen, sowie in Gebieten des Hochrheins zwischen Bodensee und Basel: Dort gibt es Arten mit einer vergleichsweise niedrigen Temperaturtoleranz, weshalb dort bereits über ein Fischsterben berichtet wurde.