Bad Godesberger Literaturpreis

Thomas Geduhn überzeugt die Jury - Eko Alberts gewinnt den Publikumspreis

Lebendiger Vortrag: Thomas Geduhn am Pult.

BAD GODESBERG. Mit einem ebenso packenden wie verstörenden Handlungsstrang hat Autor Thomas Geduhn die Jury beim dritten Bad Godesberger Literaturpreis überzeugen können.

Seine Kurzgeschichte "Letzte Begegnung" trug er als einer von acht Finalteilnehmern am Freitagabend auszugsweise in der Parkbuchhandlung vor. Geprägt von klaren, prägnanten Dialogen erzählt er darin eine Geschichte von Intimität, Fremdheit, Liebe und Hass, verführt in einem befremdlich anmutenden Generationenkonflikt zu einer "Komplizenschaft mit der Zeit" und leitet den Leser schließlich zu einem überraschenden und drastischen Ende.

Vor voll besetzten Stuhlreihen in der Parkbuchhandlung trug Geduhn seine auf Hiddensee verortete Geschichte in sonorem Bass vor. Dass es sich bei Geduhn um den Sieger handelte, wusste zu diesem Zeitpunkt außer der Jury niemand.

Bevor das Geheimnis des diesjährigen Preisträgers gelüftet wurde, machten sieben weitere Autoren von der Gelegenheit, vor Publikum zu lesen, Gebrauch. So etwa Gabriele Göbel, die mit einer Mischung aus Märchen und Parabel davon erzählt, wie wahre Liebe die Zeit zu überdauern vermag.

Mit ihrer Geschichte "Wie Jojo Orégano das Weite suchte" voller poetischer Wortschöpfungen errang sie den zweiten Platz. Dritter wurde Florian Frank ("Kopf und Zahl"), der einen Mann ins Licht rückt, der zunächst "auf mittlerer Position vergessen wurde", dann aber vermeintlich Karriere macht, bis sich die Geschichte wendet. Ebenso am Lesepult: Ulrich Bergmann, Hartwig Boyan, Bärbel Wiebke Rasmussen-Bonne und Roland Rossner.

Nach der Jury, deren vier Mitglieder sich im Vorfeld eingehend mit den rund 60 eingereichten Beiträgen beschäftigt hatten, war es am Freitagabend an den Zuhörern, über den ebenfalls zu vergebenden Publikumspreis zu entscheiden. Offenbar hatte nicht nur das rollende "R" von Eko Alberts den Ausschlag gegeben.

Vielmehr konnte das Auditorium seine naturverbundenen und lebensnahen Verse offensichtlich besonders gut nachempfinden, wie manchem zustimmenden Nicken während seines Vortrags zu entnehmen war. Greifbar schilderte Alberts etwa, "wie dem Sturm das Unglück lacht".

Wer am Freitagabend Lust bekommen hatte, einmal selbst zur Feder zu greifen, dem bietet sich beim vierten Bad Godesberger Literaturwettbewerb eine Gelegenheit. Eine Themenbeschränkung gibt es nicht. Organisiert wird der Wettbewerb von der Parkbuchhandlung, Koblenzer Straße 57. Weitere Informationen gibt es unter 0228/35 21 91 oder im Internet unter www.parkbuchhandlung.de.