Förderung durch das Land und die Aktion Mensch

Therapiezentrum Bonn baut Wohnkomplex an Merowingerstraße

TZ-Leiterin Sabine Ricke (links), Leiterin für Betreutes Wohnen Benedikta Welte (rechts) und die zukünftige Bewohnerin Kirsten Nocke (vorne) freuen sich schon sehr auf den Neubau.

TZ-Leiterin Sabine Ricke (links), Leiterin für Betreutes Wohnen Benedikta Welte (rechts) und die zukünftige Bewohnerin Kirsten Nocke (vorne) freuen sich schon sehr auf den Neubau.

BEUEL. Das Therapiezentrum Bonn baut einen Wohnkomplex mit acht Apartments an der Merowingerstraße. Ende 2018 sollen sie fertiggestellt sein. Eins von ihnen bezieht Kirsten Nocke.

Eine eigene Wohnung und trotzdem jederzeit Hilfe, falls nötig – das bekommen in einem Jahr acht Personen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Denn das Therapiezentrum Bonn wird seit dem Baubeginn im September um einen Wohnkomplex erweitert. An der Merowingerstraße entstehen auf zweieinhalb Geschossen acht Apartments.

Zusätzlich zu den Wohnungen mit eigenem Badezimmer gibt es einen Gemeinschaftsraum mit einer Wohnküche von 83 Quadratmetern. Die Apartments selbst haben eine Größe von etwa 39 Quadratmetern. Wer welches Zimmer bekommt, steht noch nicht fest. Auf diese eigenen vier Wände freut sich aber jetzt schon die zukünftige Bewohnerin Kirsten Nocke. Die 46-Jährige hat eine Tetraspastik in Armen und Beinen und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Sie ist im Alter von 18 Jahren auf eigenen Wunsch ins TZ gezogen.

„Ich kann dann selbstständig kochen und hauswirtschaften und habe ein eigenes Badezimmer.“ Denn das muss sie sich zurzeit noch mit einer anderen Bewohnerin teilen. „Auch zur Arbeit ist es dann nicht mehr weit, ich kann mit Bus und Bahn dorthin fahren.“ Im Therapiezentrum fühlt sich Nocke wohl. Sie singt sogar im Chor mit. Der tritt am 17. Dezember erneut mit der Gruppe „Sing Sing“ um Gregor Kress auf. „Ich war auch schon letztes Jahr dabei.“

Finanziert wird das Wohnprojekt, das 1,6 Millionen Euro kostet, durch eine Förderung des öffentlichen Wohnungsbaus des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch die Aktion Mensch und außerdem Spenden. „Wir haben einen Antrag bei der Aktion Mensch gestellt. Mit Hilfe dieser Gelder werden die barrierefreie Ausstattung wie der Aufzug und eine Rufanlage bezahlt“, erklärte Sabine Ricke bei der ersten Baustellen-Begehung am Montag. Dort wurden im Rohbau die Pläne vorgestellt, und mit Sekt und Orangensaft wurde angestoßen. Für den Bau selbst ist der Generalübernehmer „bhp brings+hacikoglu projektmanagement“ zuständig. „Dieser Standort ist ideal, wir sind nur etwa einen Kilometer vom TZ entfernt, und die zukünftigen Bewohner sind direkt in Pützchen.“ Denn die Freundschaft zu den Nachbarn und der Gemeinde ist sehr eng. „Wir gehören einfach zusammen.“

Pädagogisch begleitet und unterstützt werden die Bewohner durch Mitarbeiter des Therapiezenrums, die notwendige Pflege erbringt ein externer Pflegedienst. Je nach Bedarf wird eine Pflegekraft zusätzlich vor Ort sein. „Durch das Wohnprojekt fügt sich ein Baustein zusammen. In einer Wohngruppe am Auerberg haben wir Bewohner, die eine intensive Betreuung benötigen. Hier in der Merowingerstraße leben bald Menschen, die selbstständig sind oder werden wollen“, so Ricke. Ende 2018 soll der Bau fertig sein. „Aber das kommt auf das Wetter und eventuelle Komplikationen an“, erklärt sie.