Weiße Haube für Freibad

Test von Traglufthalle im Friesi verlief erfolgreich

Die Traglufthalle über dem Freibad Friesdorf wirkt noch ein wenig nackt. Im Herbst soll deutlich mehr Ambiente hergestellt werden.

Die Traglufthalle über dem Freibad Friesdorf wirkt noch ein wenig nackt. Im Herbst soll deutlich mehr Ambiente hergestellt werden.

Bad Godesberg. Das Friesdorfer Freibad ist unter der Haube: Am Wochenende testeten Schwimmer den Betrieb unter der Traglufthalle des Friesi - mit Erfolg. Lange bleibt die Haube nun allerdings nicht.

Bis nach Troisdorf ist Magdalena (10) mit ihrer Familie in der kalten Jahreszeit gefahren, um im Hallenbad zu schwimmen. Eine ganz schön weite Strecke von Friesdorf aus. "Wir haben das auch eher selten gemacht." Die Zeiten sind jetzt vorbei, denn Mitte September wird die Traglufthalle über dem Friesi aufgebaut. Derzeit steht sie versuchsweise, am Wochenende testeten Schwimmer der SG WaGo und der Freibadfreunde Friesdorf (FFF) den Betrieb.

Bis Mittwoch soll die Halle wieder abgebaut werden, von innen nach außen: Erst wird das Gerüst abgebaut, das im Notfall das absinkende tonnenschwere Foliendach halten soll, dann die Folie selbst zusammengefaltet. Die Spezialisten von Paranet Deutschland, die die Halle an die Stadt Bonn vermieten, könnten das innerhalb weniger Stunden erledigen - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. "Wir können nicht bei Sturm oder Dauerregen abbauen", erklärte Raphael Hock von Paranet.

Für ihn waren die technischen Dinge entscheidend: Funktioniert das Gebläse? Ist das akrylbeschichtete Foliendach stabil? Funktioniert das Sicherheitskonzept? Hock erklärte: Das Stützgebläse ist mit einem Notstromaggregat ausgestattet, das bei Stromausfall bis zu 96 Stunden lang Energie liefert. Im Gebläse sind auch zwei Zusatzmotoren eingebaut, die Ausfälle kompensieren können. Bei Druckverlust arbeitet der Motor automatisch gegen, außerdem werden elektronisch Warnungen an Paranet-Mitarbeiter verschickt.

Saison beginnt am 18. Mai

Hock war zufrieden, ebenso Sport- und Bäderamtsleiter Stefan Günther, für den die organisatorischen Dinge interessant waren. "Man sieht, das funktioniert tatsächlich", stellte er fest. Man habe jetzt ein Feeling für Abläufe, Vorlaufzeit und all das. Auch die Testpersonen der Schwimmgemeinschaft Wachtberg-Godesberg hätten sich wohl gefühlt, so Günther. Sie waren am Samstag im Bad, die FFF am Sonntag. "Die Friesdorfer freuen sich über das Hallenbad ab Herbst", sagte der Vorsitzende Stephan Eder.

Nach dem Abbau gibt es im Bad noch einiges zu tun. Zum Beispiel an den Hecken, die durch den Aufbau der Traglufthalle mit allem, was dazugehört, gelitten hatten - von Betonhalterungen in den Rabatten bis zur kiesgefüllten Drainage. Daneben, sagte Freibadleiterin Katherine Leicht, müssten Leitungen angeschlossen und - als wichtigster Punkt - Pflasterarbeiten erledigt werden. Das alles soll bis zur Inbetriebnahme fertig sein: Im Friesi beginnt die Saison am 18. Mai. Die Stadt will jetzt einen Belegungsplan entwerfen, der vormittags den Godesberger Schulen und nachmittags den Vereinen - vor allem der SG WaGo und der DLRG - Zeit einräumt. Aber auch die Öffentlichkeit solle zu ihrem Recht kommen, sagte Günther.

Hallenbad-Atmosphäre

Magdalena und ihre Freundin Clara (9), deren Eltern Mitglieder bei den FFF sind, hatten Spaß beim Probeschwimmen, hofften aber, dass die Halle noch schöner wird. "Man kann nicht auf die Uhr schauen", bemängelte Clara. Das stehe auf dem Plan, sagte Günther. "Wir werden natürlich noch Hallenbad-Atmosphäre schaffen." Dazu gehören auch fest installierte Bänke zwischen den beiden Becken, Bepflanzung in der Ecke, Dekoration und sonstiges Ambiente.

Ob auch Gero Siebergers Wunsch erfüllt wird, konnte der Sport- und Bäderamtsleiter noch nicht sagen: Claras Vater geht gerne zum Frühschwimmen und hätte das auch gerne unter der Traglufthalle. "Da würde ich mir sofort eine Saisonkarte holen." Sowohl über das Frühschwimmen als auch über die Saisonkarte werde noch zu reden sein, so Günther.