Beschlussvorlage

Tempo 30 auf zwei Bonner Hauptstraßen

05.09.2012 BONN. Die Stadt Bonn möchte auf zwei Hauptverkehrsstraßen versuchsweise Tempo-30-Zonen einrichten. Über die entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung wird der Umweltausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 18. September, beraten.

Demnach soll in einer einjährigen Testphase in Beuel auf der Königswinterer Straße ab der Einmündung Maarstraße bis hin zum Verteiler Landgrabenweg/Oberkasseler Straße sowie in Friesdorf auf der Servatius- und Bernkasteler Straße zwischen Schwalbengarten und Hochkreuzallee das Tempo von 50 auf 30 Stundenkilometer gedrosselt werden.

Die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit soll von der Verwaltung in Abstimmung mit der Polizei überwacht werden. Vorausgesetzt, dass der Beschluss gefasst wird, könnte die Testphase laut Verwaltung "zeitnah" umgesetzt werden. Frühestens am 1. Dezember würde der Testlauf dann starten.

Der Hauptausschuss hatte die Verwaltung beauftragt, im Zuge der Lärmaktionsplanung zu prüfen, ob auf Hauptverkehrsstraßen ein Tempolimit eingeführt werden kann. Aus Sicht der Verwaltung ist eine flächendeckende Geschwindigkeitsreduzierung auf Hauptverkehrsstraßen zur Lärmverminderung "problematisch".

Mit dem jetzt vorgelegten Kompromissvorschlag ließe sich jedoch in den betroffenen Bereichen die Lärmbelästigung für die Anwohner um zwei Dezibel reduzieren, außerdem habe es dort keine Auswirkungen auf die "Grüne Welle". Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg lehnt den Vorschlag ab.

"Wenn man zur Lärmminderung flächendeckend Tempo 30 einführt, schüttet man das Kind mit dem Bade aus", sagte Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille. Er sieht mit Blick auf Bonns Infrastruktur, die nicht mit der Bevölkerungsentwicklung mitgewachsen sei, ganz andere Notwendigkeiten. "Tempo 30 sollte auf der Prioritätenliste jedenfalls nicht ganz oben stehen."

Kritik äußerte auch Frank Thomas, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: "Angesichts der extremen verkehrlichen Belastungen, vor denen Bonn in den kommenden Jahren wegen der vielen Sanierungsprojekte, insbesondere Nordbrücke und Tausendfüßler, steht, muss jede weitere Beeinträchtigung des Verkehrsflusses für diesen Zeitraum vermieden werden." Den Vorschlag hält Thomas generell für "unverantwortlich". Als der Hauptausschuss für das Pilotprojekt votiert habe, sei die Notwendigkeit einer Sanierung des Tausendfüßlers noch nicht bekannt gewesen.

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