Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung

Tatverdächtiger im Fall Niklas nach Schlägerei in U-Haft

Anfang Juli legten zahlreiche Freunde und Bekannte von Niklas P. in der Nähe des Tatorts am Rheinallee-Rondell Kerzen und Gedenkgegenstände nieder.

Anfang Juli legten zahlreiche Freunde und Bekannte von Niklas P. in der Nähe des Tatorts am Rheinallee-Rondell Kerzen und Gedenkgegenstände nieder.

Bad Godesberg. Hakim D., der im Fall Niklas Pöhler als Tatverdächtiger gilt, ist erneut in Haft. Der 22-Jährige steht im Verdacht, zusammen mit drei weiteren Tatbeteiligten zwei Männer schwer verletzt zu haben.

Er ist wegen seiner Gewalttätigkeiten polizei- und justizbekannt, saß dafür bereits im Gefängnis und steht nach wie vor im Fall des im Mai 2016 getöteten Niklas Pöhler im Fokus der Ermittler. Nun sitzt der 22-jährige Hakim D. erneut hinter Gittern: Am Dienstagmorgen nahm die Polizei ihn fest, weil er zusammen mit drei Komplizen in Bad Godesberg wieder gewalttätig geworden sein soll.

Ein Richter schickte ihn in U-Haft. Wie die Polizei mitteilte, nahm sie den 22-Jährigen fest, weil er im Verdacht steht, mit drei weiteren Männer im Alter von 22 und 23 in der Nacht zum 8. Juli 2017 auf der Koblenzer Straße zwei 29 und 32 Jahre alte Männer durch Schläge schwer verletzt zu haben.

Der Polizei zufolge war ein Streit unter den Beteiligten auf offener Straße der Gewaltattacke vorausgegangen. Und im Zuge der Ermittlungen hätten sich schnell Hinweise auf den 22-jährigen Tunesier und die drei übrigen Verdächtigen ergeben.

Auf Grund der Ermittlungsergebnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Bonn einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 22-jährigen Tunesier, der laut Polizeimitteilung in der Vergangenheit „hinreichend wegen der Begehung gleichgelagerter Delikte in Erscheinung getreten ist“. 2014 wurde er bereits wegen Körperverletzung verurteilt.

Hakim D. im Fokus der Ermittlungen

Am Dienstagmorgen wurde Hakim D. schließlich in seiner Wohnung in Bad Godesberg festgenommen. Zeitgleich wurde auch die Wohnung eines 23-jährigen mutmaßlichen Komplizen durchsucht. Der steht überdies im Verdacht, illegale Drogen verkauft zu haben. Der 23-Jährige und ein weiterer gleichaltriger Verdächtiger mussten die Beamten zur Polizeiwache begleiten, konnten nach den Vernehmungen und dem Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen das Polizeipräsidium jedoch wieder verlassen. Die Ermittlungen zum vierten Tatverdächtigen dauern der Polizei zufolge an.

Gegen Hakim D. war von Anfang an im Fall Niklas ermittelt worden: So wurde er zur Tatzeit in Tatortnähe gesehen – mit Roman W., der wegen der Schlägerei im Fall Niklas verurteilt wurde. Als Haupttäter wurde jedoch Walid S. angeklagt und am Ende freigesprochen. Im Prozess rückte Hakim D., der Walid S. auf beweisrelevanten Fotos stark ähnelt, wieder in den Fokus.

Erst im April war der 22-Jährige aus der Strafhaft entlassen worden. Eigentlich hätte er abgeschoben werden sollen, doch im Hinblick auf die Ermittlungen gegen ihn im Fall Niklas hatte die Staatsanwaltschaft der Abschiebung nicht zugestimmt, so dass er sich auf freiem Fuß befand und wieder in Bad Godesberg lebte.

Wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Dienstag erklärte, suche man in dem Fall immer noch nach „Ermittlungsansätzen, die weitere Maßnahmen rechtfertigen würden“.