Uraufführung in Bad Godesberg

Swing und Cha-Cha-Cha in der Kirche

Die Proben für die neue Swing-Messe von Joachim Sarwas (links) machen den Sängern viel Spaß.

Die Proben für die neue Swing-Messe von Joachim Sarwas (links) machen den Sängern viel Spaß.

Bad Godesberg. „Wenn das so in dem Tempo wäre, wäre das schön. Sonst halt nicht“. Der Kantor der Kirchengemeinde St. Marien, Joachim Sarwas, war wenige Tage vor der Uraufführung seiner zweiten Swing-Messe in der Kirche an der Burgstraße 45 ganz entspannt.

Nach dem „Requiem“, der „Missa festiva“, der „Missa in honorem Taizé“, dem „Magnificat“ und der „Mass in Swing“ ist die neue Komposition die sechste von Sarwas, die in der Marien-Kirche uraufgeführt wird. Seine erste Swing-Messe, die ebenfalls dort zum ersten Mal erklang, war schon ein voller Erfolg.

Das Werk ist inzwischen beim Strube-Verlag, der auf Chormusik spezialisiert ist, verlegt und wird just in diesen Tagen auch in Süddeutschland aufgeführt, wie Joachim Sarwas zu berichten wusste.

In nur vier Proben wurde das Werk damals in einem offenen Chorprojekt einstudiert. Dafür hatte sich eine bemerkenswerte Menge an begeisterten Sängern jeden Alters zusammengefunden, was wohl auch der spannenden Chorarbeit innerhalb der Gemeinde zu verdanken ist.

Wie schon bei der ersten Swing-Messe waren auch bei dem Neulingswerk die obligatorischen Ordinariumstexte in der englischen Version vertont, wobei jedes Stück einem bestimmten Tanz zugeordnet ist.

Bei einem unbekannteren Tanz wie der karibischen Beguine musste Komponist und Chorleiter Sarwas damit rechnen, von den Sängerinnen zum Vormachen aufgefordert zu werden – nur einer von einigen Kommentaren, die bei der lockeren, aber konzentrierten Probe zu Lachern führte.

Das Kyrie („Lord, have mercy“) ist ein Cha-Cha-Cha, das Gloria („Glory to the highest“) ein Boogie, das Credo („We believe in God“) eine ruhige Ballade und das Sanctus („Yes, you are holy“) im „Beguine-Stil“ geschrieben. Beim Agnus Dei („Lamb of God“) handelt es sich um eine rockige Komposition mit verschobenen Rhythmen.

Bei der Aufführung am Sonntag, 24. April, ab 11.30 Uhr innerhalb des Festgottesdienstes zur Eröffnung des Chörefestes der Gemeinde wird Sarwas selbst am Keyboard sitzen, begleitet von Matthias Kubotsch an der Klarinette, Dieter Fender an der Gitarre und Dietrich Hofmann am Bass. Doch soweit ist man noch nicht – derzeit finden noch Stimmproben statt, die Bernd Wallau mit leitet.

„Das war aber noch kein heiliger Ton, das machen wir gleich noch mal“, sagte Sarwas. Die verschiedenen Charaktere der liturgischen Teile kamen bereits. Nur in den Stimmen und der Klavierbegleitung von Sarwas deutlich heraus.

Bewusst hat er seine zweite Swing-Messe eingängig und heiter komponiert, um sie so zu einer problemlos vermittelbaren und erfahrbaren Freude zu machen. Beim Chor war diese Freude schon jetzt zu spüren.