Für das Sicherheitsempfinden der Bürger

Stadt will Kurpark in Bad Godesberg beleuchten

Viele Bad Godesberger beklagen sich über die schlechte Beleuchtung im Kurpark. Das soll sich jetzt ändern.

Viele Bad Godesberger beklagen sich über die schlechte Beleuchtung im Kurpark. Das soll sich jetzt ändern.

Bad Godesberg. Da sind sich FDP, CDU und Grüne bis auf die Ratsebene einig: Der Kurpark soll abends und nachts besser beleuchtet sein. So verwundert es nicht, dass der von den Liberalen initiierte Antrag der Mehrheitskoalition am Dienstagabend im Bonner Stadtrat beschlossen wurde.

Demnach sollen im Doppelhaushalt 2019/2020 für eine bessere Ausleuchtung des Parks 50.000 Euro bereitgestellt werden. „Schon seit Längerem wird vonseiten der Bevölkerung auf die unzureichende Beleuchtungssituation im Kurpark hingewiesen, die gerade in der dunkleren Jahreszeit zu einer deutlichen Beeinträchtigung des subjektiven Sicherheitsempfindens führt“, untermauerte die Ratskoalition ihr Votum. „Für eine nachhaltige Verbesserung der Beleuchtungssituation fehlten bislang die notwendigen Haushaltsmittel.“

„Die Beleuchtung im Kurpark wurde schon spürbar verbessert. Dennoch empfinden einige Bürgerinnen und Bürger den Park als zu dunkel, fühlen sich dort unwohl oder meiden das Areal zu bestimmten Uhrzeiten“, betonte Philipp Lerch (CDU). „Wir wollen nicht, dass die Godesberger einen Bogen um den Kurpark machen.“

Der Park im Herzen Bad Godesbergs müsse zu jeder Tages- und Nachtzeit einladend wirken. „Er soll sich vom nächtlichen Angstraum zu einem jederzeit attraktiven Aufenthaltsort wandeln.“ Mit dem jetzt eingeplanten Geld wolle man weitere Laternenstandorte ermöglichen, damit sich die Bad Godesberger nachts nicht mehr „von Lichtinsel zu Lichtinsel hangeln müssen“, so der Politiker.

Durchaus kritische Töne kommen von den Grünen in Bad Godesberg, die es für problematisch halten, den Kurpark „taghell in jedem Winkel ausleuchten zu wollen“, so Monika Heinzel, Sprecherin der Grünen-Bezirksfraktion. „Allerdings muss man dem Sicherheitsgefühl gerade älterer Menschen Rechnung tragen, die von der kurfürstlichen Zeile kommend im Kurpark ein Beleuchtungsdefizit beklagt haben.“ Das solle durch den Haushaltsansatz behoben werden. Sie glaubt aber, dass die Summe von 50.000 Euro zu hoch ist.

Mit Messgeräten in den Park ausgeschwärmt

Bernd Fesel und weitere Mitglieder des Bad Godesberger FDP-Vorstands sind vor einigen Tagen mit Messgeräten in den Park ausgeschwärmt, um an 30 Stellen zu prüfen, wie hell oder dunkel es tatsächlich ist. „Dabei wurde festgestellt, dass in vielen Bereichen des Kurparks die Standardwerte von fünf Lux unterschritten werden. Dadurch entstehen Dunkelzonen, die geeignet sind, das Sicherheitsgefühl zu beeinträchtigen“, sagt der Bad Godesberger FDP-Stadtverordnete Achim Schröder. „Denn die vorhandene Beleuchtung entlang der zwei Hauptwege des Kurparks ist zwar für die Verkehrssicherheit ausreichend, nicht jedoch für die gefühlte Sicherheit im Kurpark.“

Schröder weiß schon, wie es nach dem Ratsbeschluss weitergehen soll: Die Liberalen wollen in der Bezirksvertretung Bad Godesberg (BV) die Einleitung einer Prüfung der Beleuchtungssituation beantragen. Noch im ersten Quartal 2019 soll es dann im Park heller werden.

Die Stadt verweist auf die Verbesserung der Beleuchtung 2015. „Sämtliche Laternen wurden durch neue LED-Laternen ersetzt, teilweise Standorte verändert und ergänzt und dadurch die Beleuchtungssituation deutlich verbessert“, so die Verwaltung in einer Mitteilung für die BV-Sitzung am 31. Oktober.

„Eine weitere Ausleuchtung ist nicht zielführend, da nicht der gesamte Park ausgeleuchtet werden kann und somit stets dunkle Bereiche verbleiben. Durch eine Erweiterung der Beleuchtung im Kur- und Redoutenpark könnten auch vor einem kriminologischen Hintergrund keine Verbesserungen erzielt werden.“ Nachdem die Politik jetzt aber doch ins Licht investieren will, „wird die Verwaltung ein Konzept erarbeiten und mit der BV abstimmen“.