Redüttchen

Stadt und Betreiber sollen Pacht modifizieren

Seit März nur noch auf Gruppenreservierung offen: Das Speiserestaurant Redüttchen am Rande der Innenstadt.

BAD GODESBERG. Wie geht es weiter mit dem Redüttchen? Diese Frage lässt den Bezirksverordneten Ulli Hauschild (FDP) nicht los. Wie berichtet, hatten die Betreiber im Frühjahr entschieden, das Speiselokal nur noch auf Reservierung ab etwa zwölf Personen zu öffnen.

Gemeinsam mit dem Redüttchen, das etwa 70 Gästen Platz bietet, bewirtschaften sie dessen "große Schwester", die Redoute, die vor allem für Tagungen und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt wird. Die unternehmerische Entscheidung gegen den Tagesbetrieb im Redüttchen hatte in Teilen der Öffentlichkeit kritische Reaktionen hervorgerufen.

Mit einer Großen Anfrage zielt Hauschild nun indirekt auf eine vertragliche Lösung zwischen Stadt und Gastronomen ab, die einen Tagesbetrieb des Redüttchens wirtschaftlich darstellbar machen. Mit anderen Worten: Die Stadt soll dem Betreiber bei der Pacht so weit entgegenkommen, dass sich für ihn die tägliche Öffnung lohnt. Die Liberalen um Hauschild fragen nun nach, ob eine derartige Lösung zwischen beiden Vertragsparteien bereits Thema gewesen ist, und wo die beiderseitige "Schmerzgrenze" solcher Nachverhandlungen liegen würde.

"Kaum jemand in Bad Godesberg bezweifelt, dass die Schließung des Redüttchens ein Stich ins Herz der Bad Godesberger ist, die das kleine Gasthaus immer gerne besucht haben", begründet Hauschild seinen neuerlichen Vorstoß und ergänzt: "Keiner bezweifelt ernsthaft, dass in diesen wertvollsten historischen Bereich von Bad Godesberg Leben in Form von lebendiger Gastronomie hineingehört, vor allem dann, wenn eine komplette gastronomische Infrastruktur vorhanden ist. Kaum einer bezweifelt, dass das Redüttchen so schnell wie möglich wieder eröffnet werden muss".

Der Bad Godesberger FDP-Vorsitzende ist zuversichtlich, dass entsprechende Nachverhandlungen zwischen Stadt und Betreiber zu einem allgemein befriedigenden Ergebnis führen könnten. Auch hält er es für denkbar, dass der Betreiber bereit ist, am augenblicklichen Konzept Veränderungen vorzunehmen, die wieder mehr Publikum anziehen sollen. "Wir würden es nicht verstehen, wenn die Stadtverwaltung eine erträgliche Pachtreduzierung ablehnen und damit eine weitere dauerhafte Schließung des Redüttchens in Kauf nehmen würde", so Hauschild. Im Übrigen sei zu erwarten, dass auch die Umsatzpacht steigt, wenn das Redüttchen wieder Umsatz erwirtschaftet.

Ihm sei es sinnvoller erschienen, sich vorerst auf das Geschäft mit Buchungen zu konzentrieren, hatte Christoph von Borries unmittelbar nach der Entscheidung dem GA erklärt. Personelle Änderungen habe die Entscheidung nicht zur Folge gehabt, mit der Stadtverwaltung als Eigentümerin sei der Schritt abgestimmt gewesen. Insgesamt sehe er die Geschäfte mit Redoute und Redüttchen auf einem guten Weg und sehe keinen Anlass, vom beschrittenen Weg abzuweichen, so von Borries. Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern bewirtschaftet er in Köln die "Wolkenburg" und das Hochhaus "KölnSky". Bei der Übernahme von Redoute und Redüttchen hatten sie erheblich in die Bad Godesberger Liegenschaften investiert. Die Buchungen, so von Borries im März, gäben keinen Anlass zum Zweifel daran, dass das Geld richtig angelegt ist.