Neue Kita in Plittersdorf

Stadt kündigt Abriss des Montessori-Kindergartens an

Der ehemalige Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung in Plittersdorf.

Der ehemalige Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung in Plittersdorf.

PLITTERSDORF. Ein jahrelanger Prozess voller kontroverser Diskussionen neigt sich dem Ende zu. Wie die Stadt mitteilte, darf der unter Denkmalschutz stehende ehemalige Montessori-Kindergarten an der Kennedyallee in Plittersdorf abgerissen werden.

Die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) darf den unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Montessori-Kindergarten an der Kennedyallee abreißen und dort eine neue Kita bauen. Das geht aus einer städtischen Mitteilung hervor. Damit neigt sich ein jahrelanger Prozess voller kontroverser Diskussionen dem Ende zu. Am kommenden Mittwoch beschäftigt sich der Unterausschuss Bauplanung noch einmal mit dem Thema, Anfang Dezember ist die Bezirksvertretung an der Reihe.

Das jetzige Gebäude in der Hicog-Siedlung Plittersdorf (Allied High Commission, Alliierte Hohe Kommission) stammt aus den 50er Jahren. „Für diesen Kindergarten liegt ein Abbruchantrag vor, dem von Seiten der Unteren Denkmalbehörde nur zugestimmt wird, weil es im Baugebiet einen hohen Bedarf an Betreuungsplätzen gibt und die Plätze insofern dringend benötigt werden“, teilt die Verwaltung mit. Der Wunsch der Vebowag ist an eine Bedingung geknüpft: Es muss eine gültige Baugenehmigung für die Neuerrichtung einer Kindertagesstätte vorliegen und der Baubeginn unmittelbar nach dem Abbruch stattfinden.

Einem Bauantrag gemäß soll auf dem Grundstück ein Neubau für vier Gruppen mit jeweils 20 Kindern eingerichtet entstehen – eine für Kinder unter drei Jahren und drei für Kinder über drei Jahren. Sie alle sollen von acht Mitarbeitern betreut werden. „Eine diesem Bedarf nur annähernd entsprechende Nutzung wäre im Bestandsgebäude nicht möglich“, begründet die Verwaltung den Schritt. Sie macht Zugeständnisse: Wegen des Mangels an Betreuungsplätzen dürfen die im Bebauungsplan festgesetzten Grenzen überschritten werden.

Keine Bedenken hat die Stadt zudem, statt eines Satteldachs nun ein Flachdach zu genehmigen – geregelt über einen Abweichungsantrag. Die notwendigen Stellplätze werden an den Straßen nachgewiesen. Unterm Strich soll sich die Architektur der neuen Kita an die der alten anlehnen. Wie berichtet, hatten sich immer wieder Anwohner und die Initiative „Rettet die Amerikanische Siedlung Plittersdorf“ für den Erhalt des Altbaus eingesetzt. Letztere hält das Denkmal für sanierungsfähig und ist für einen „stilgetreuen Ergänzungsbau“.

Die Amerikanische Siedlung von 1951 gilt als historisches Denkmal für die deutsche Nachkriegsgeschichte. Zu ihr gehörten 500 Wohnungen mit einer Fläche von 120 bis 143 Quadratmetern. Es gab ein Heizkraftwerk, die Stimson Memorial Chapel, den Kindergarten und einen Hubschrauberlandeplatz der US-Armee. Schulen, der American Embassy Club sowie später eine Tankstelle, ein Supermarkt und ein Kino rundeten das Angebot ab.