Drachenburgstraße/B9

Stadt hält Kreuzung in Mehlem nicht für gefährlich

Mehlem. In der Nähe des Mehlemer Bahnhofs kommt es immer wieder zu Unfällen. Für die Stadt ist die Kreuzung Drachenburgstraße/B9 trotzdem nicht gefährlicher als andere. Entscheidend sei, wie viele Unfälle gleicher Art an einer Stelle geschehen.

In unmittelbarer Nähe des Mehlemer Bahnhofs, wo B 9, Drachenburg- und Mainzer Straße aufeinandertreffen, ist die Verkehrssituation – gelinde gesagt – unübersichtlich. Zwar regeln Ampeln den Verkehr auf der großen Kreuzung, doch immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen. Das liegt zum einen am hohen Verkehrsaufkommen, die Strecke wird von Auto- und Lastwagenfahrern genauso genutzt wie von Fußgängern und Radlern.

Zum anderen sind es die zahlreichen (Abbiege)Spuren, die für Verwirrung sorgen. Ein Autofahrer, der von Lannesdorf kommend links in Richtung Bad Godesberg abbiegen möchte, kann zum Beispiel erst auf den zweiten Blick erkennen, ob er mit Gegenverkehr rechnen muss oder nicht, berichtet eine Autofahrerin.

Doch wie gefährlich ist die Kreuzung wirklich? Als Unfallhäufungsstelle gilt sie nicht, so die Stadt. Ob eine solche vorliegt, legt die Unfallkommission fest, in der unter anderem Stadt und Polizei vertreten sind. Ausschlaggebender Punkt ist, wie viele Unfälle gleicher Art an einer Stelle geschehen. Außerdem wird die Verkehrsbelastung mit einbezogen.

Ein Beispiel: Wenn auf einer Kreuzung, an der pro Tag mehr als 15.000 Fahrzeuge unterwegs sind, innerhalb eines Jahres vier Unfälle aus demselben Grund geschehen, wird sie in die Liste aufgenommen. „Die Kreuzung ist zwar sehr groß und damit etwas unübersichtlich, aber es kommt nicht zu mehr Unfällen“, so das städtische Presseamt. So gebe es auch keine Hinweise darauf, dass die Stelle in absehbarer Zeit zu einer Unfallhäufungsstelle werden würde.

Vier Unfälle im Jahr 2018

2017 verzeichnete die Polizei keine Unfälle auf der Kreuzung, im vergangenen Jahr waren es vier, zwei davon schwer. Mitte Dezember 2018 wurde ein 53-jähriger Fußgänger schwer verletzt, als er von einem VW Caddy erfasst wurde. Nach Zeugenaussagen hatte er die Kreuzung bei Rot überquert. Ein weiteres Todesopfer – eine 26-jährige Fußgängerin – hatte ein Unfall Ende September 2018 gefordert. Weil er mit einem Taxi zusammenstieß, wurde ein Notarztwagen im Einsatz gegen einen Ampelmast und einen Baum geschleudert und erfasste die junge Frau.

Der genaue Hergang des Unfalles im September ist laut Polizei nicht abschließend geklärt: „Unsere Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Wir warten unter anderem noch auf ein externes Unfallverlaufsgutachten“, erklärte Polizeisprecher Simon Rott auf Anfrage des General-Anzeigers. Eine besondere Rolle spiele dabei die Auswertung der Assistenzsysteme. Die Polizei erhofft sich von dieser Auswertung vor allem Aufschlüsse darüber, wie schnell die an dem Unfall beteiligten Fahrzeuge unterwegs gewesen waren, führt Rott aus.

Im Juni kam es zu einem Auffahrunfall, bei dem ein Teilnehmer leicht verletzt wurde. Ebenso leicht verletzt wurde ein Fußgänger im Februar, als er nach Auskunft der Polizei die Fahrbahn bei Rot überquerte und von einem Auto angefahren wurde.

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