Weiße Haube fürs Friesdorfer Freibad

Stadt Bonn testet Traglufthalle im Friesi

Friesdorf. Seit Samstag überdeckt eine weiße Traglufthalle das blaue Wasser im Friesdorfer Freibad. Vor der Freibadsaison lässt die Stadt dort den Schwimmbetrieb unter der weißen Haube testen.

Eine Entwarnung vorneweg: Nein, die Freibadsaison im Friesi fällt in diesem Jahr nicht aus. Derzeit sind die Wasserbecken dort zwar überdacht, was schon länger vorbereitet wurde, aber es handelt sich nur um einen Testbetrieb mit der Traglufthalle, die künftig immer im Herbst auf – und im Frühling wieder abgebaut werden soll. „Der Testbetrieb läuft vom 12. bis 14. Mai“, verkündete Stefan Günther, der das Sport- und Bäderamt der Stadt Bonn leitet, am Samstag beim Aufbau.

Man muss also keine Befürchtung haben, was das Freiluftplanschen im Friesdorfer Bad angeht. Aber man kann schon mal schauen, wie es im Winter aussehen wird, wenn den städtischen Plänen zufolge vormittags vor allem Schulen und nachmittags Schwimmvereine das Bad unter dem aufblasbaren Dach nutzen – ob viel Zeit für die Öffentlichkeit bleibt, bleibt abzuwarten.

Nachdem in den letzten Monaten die Rabatten auf dem Freibadgelände ein wenig unter den Vorbereitungen leiden mussten – rund um die Becken mussten Betonfundamente und Verankerungen sowie kiesgefüllte Drainagen für den Regenwasserabfluss in den Boden eingelassen werden –, ging der eigentliche Aufbau durch die Firma Paranet-Deutschland am Samstag einigermaßen flott über die Bühne. Die macht das laut Bauleiter Roland Meyer nicht zum ersten Mal, vielmehr sei man schon seit mehr als 25 Jahren tätig, baue Traglufthallen auch für Konferenzen, Ausstellungen, Beachvolleyballturniere und als Flüchtlingsunterkünfte und habe zum Beispiel Freibäder in Rüsselsheim und Darmstadt überdacht. „Das kommt ursprünglich aus dem Tennisbereich.“

Seine Mitarbeiter zogen zunächst eine Membranplane über die Becken, die 700 Gramm pro Quadratmeter schwer ist – bei rund 2500 Quadratmetern kommen fast zwei Tonnen Gewicht zusammen. Eigentlich kommt darüber eine Wärmedämmfolie, die man sich für den Probelauf aber sparte. Dann eine Schutzfolie und ein Stahlnetz, und schließlich hob sich die Halle wallend und wogend über den Wasserbecken an, als das Ganze aufgeblasen wurde. Anschließend wurden im Inneren Stahlgerüste aufgebaut, um die Halle abzusichern. Die Traglufthalle könne Windstärken bis Stufe zehn aushalten, danach sollte sie sicherheitshalber geräumt werden, sagte Meyer.

Man betritt sie, nachdem man einen beleuchteten Gang von den Umkleiden aus durchschritten hat, durch eine Drehtür und kann dann ganz normal schwimmen. Auch der Sprungturm findet unter der Halle Platz – laut heutigen DIN-Normen ist er eigentlich um einige Zentimeter zu hoch für die Wassertiefe darunter, aber er kann Kulturdezernent Martin Schumacher zufolge nach Absprache mit dem Verband für das Bäderwesen und einer Gefährdungsanalyse weiter genutzt werden: Jahrzehntelang sei nie etwas passiert, und man rechne auch nicht damit.

Die Testgruppen werden zum einen von den Freibadfreunden Friesdorf und zum anderen von der Schwimmgemeinschaft Wachtberg-Godesberg gestellt. Man werde jetzt einen Belegungsplan entwickeln, sagte Marc Hoffmann vom Presseamt. Zur Freibadsaison ab dem 18. Mai ist die Halle wieder abgebaut, laut Marion Duisberg, Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements, wird bis dahin auch das Außengelände hergerichtet. Im September erfolgt dann der endgültige Aufbau der Traglufthalle, die die Stadt für zunächst vier Winter von Paranet gemietet hat.