Diskussion ums Kurfürstenbad

Stadt: Bäder sind keine kommunale Pflichtaufgabe

Eindrücke vom Zustand des Kurfürstenbades.

Eindrücke vom Zustand des Kurfürstenbades.

Bad Godesberg. Die Verwaltung antwortet den Schulpflegschaftsvorsitzenden in Bezug auf den Erhalt des Kurfürstenbades – denen der Brief aber noch nicht vorliegt.

Die Antwort auf den Brief an Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU), in dem sich bereits im September die Pflegschaftsvorsitzenden von sechs Bad Godesberger Schulen für den Erhalt des Kurfürstenbades eingesetzt haben, liegt nun vor. Das geplante, zentral liegende Bad in Dottendorf solle Franken- und Kurfürstenbad ersetzen, heißt es in dem Schreiben des Beigeordneten Martin Schumacher. Leider sei es – anders als vorgesehen – nicht möglich gewesen, das Godesberger Hallenbad an der Kurfürstenallee so lange zu betreiben, bis der Neubau fertiggestellt ist. Reparaturzeit und -kosten stünden „in keinem Verhältnis zu der restlichen Nutzungszeit bis zur Eröffnung des neuen Bads“, so Schumacher. Ab Herbst 2017 werde das „Friesi“ mit einer Traglufthalle ausgestattet und als Ersatz zur Verfügung stehen.

Was bis dahin mit den Bad Godesberger Schülern geschieht, dazu ist nichts in dem Brief zu lesen. Nur so viel: „So wichtig das Schwimmen auch ist, Schwimmbäder gehören nicht zu den Pflichtaufgaben, die eine Kommune zu leisten hat.“ Dennoch sei ihm bewusst, wie wichtig es sei, „dass geeignete Schwimmflächen zur Verfügung stehen“. Auch deshalb wolle man das neue Bad bauen.

Die Pflegschaftsvorsitzenden können sich noch nicht weiter zu dem Thema äußern. Denn wie der GA auf Anfrage bei zwei Betroffenen erfuhr, liegt ihnen die lang erwartete Antwort noch nicht vor. Erst wenn der Brief eingetroffen ist, könne man diesen kommentieren, hieß es.

Auch in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung waren die Schließung des Kurfürstenbades, die geplante Traglufthalle für das Friesi und das Schulschwimmen in Bad Godesberg Thema. Über die genauen Planungen für die Traglufthalle und den Zeitplan wollten die Grünen informiert werden. In ihrem Antrag forderten sie die Verwaltung außerdem auf, einen aktuellen Zwischenstand zum Schulschwimmen vorzulegen. Darum ging es auch dem Bürger Bund Bonn (BBB). Wie viele Schwimmstunden sind bisher ausgefallen, wie viele wurden gegeben? Hat die Schließung des Kurfürstenbades Einfluss auf die Zahl der Schwimmstunden? Wie werden die wegfallenden Stunden kompensiert? Und wie viele Bahnenzeiten für Schulen werden wöchentlich im Hallenbad Wachtberg gebucht?, sind einige Fragen, die die Verwaltung bis zur Januar-Sitzung der Bezirksvertretung beantworten soll.

„Seitens der Gemeinde Wachtberg sind verschiedene Termine für Schulschwimmen im Wachtberger Hallenbad angeboten worden“, teilte das städtische Presseamt auf GA-Anfrage mit. Eine Schule, die Siebengebirgsschule, habe das Angebot angenommen. „Grundsätzlich sollte der Ausfall des Kurfürstenbades für das Schulschwimmen in verschiedenen anderen Bädern kompensiert werden.“ Diese Möglichkeiten seien den Schulen angeboten worden. „Manche Schulen nahmen dies an, manche Schulen verzichteten darauf, dieses Schuljahr Schwimmen anzubieten.“

Darüber hinaus diskutierte die Bezirksvertretung über das Mosaik des Bad Godesberger Künstlers Paul Magar, das im Kurfürstenbad installiert ist. Dieses solle erhalten, gesichert und an einer anderen Stelle installiert werden, falls das Bad nicht wieder eröffnet werde, forderte der BBB in einem Antrag. Hatten CDU und FDP im Kulturausschuss noch gegen das Ansinnen gestimmt, sprachen sich die Politiker in der Bezirksvertretung einhellig für den Antrag aus.