Ministerbesuch in Bad Godesberg

Sportler erhalten neue Duschen und Toiletten

Die sanitären Anlagen der OTC-Trainingshalle werden endlich saniert. Die Sportler wollten sie schon seit Langem nicht mehr nutzen.

Die sanitären Anlagen der OTC-Trainingshalle werden endlich saniert. Die Sportler wollten sie schon seit Langem nicht mehr nutzen.

Pennenfeld. NRW-Ministerin Christina Kampmann zeigt sich begeistert über das Integrationsprojekt von Olympischem Taekwondo-Club und Arbeiterwohlfahrt. Allerdings haben die Projektleiter vor Ort mit finanziellen Problemen zu kämpfen.

Das Wasser für den Tee hatte Merem Askour von zu Hause mitgebracht. Denn sowohl in der Sporthalle an der Mallwitzstraße, in der der Olympische Taekwondo-Club Bad Godesberg trainiert, als auch im Lernzentrum der Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg gibt es kein fließendes Wasser mehr. Das ist aber tatsächlich eine gute Nachricht: Denn nach jahrelangem Ringen um die Sanierung wenigstens der sanitären Anlagen im Gebäude wurde diese jetzt in Angriff genommen – und dafür musste eben das Wasser abgedreht werden. Deshalb gingen alle, die sich jetzt für den Besuch der NRW-Ministerin Christina Kampmann dort einfanden, entspannt mit dieser Situation um.

Die Sportler wollten die Toiletten und Duschen seit Langem nicht mehr nutzen (der GA berichtete). Seit einer Woche wird nun gebaut, vermutlich wird man die neuen Anlagen und Umkleiden ab Herbst nutzen können. Man habe die Stadt drängen müssen, das Projekt in den Haushalt aufzunehmen, sagte Franz-Josef Windisch, Präsident der Awo Bonn/Rhein-Sieg. Auch das Dach, das nicht auf der aktuellen To-do-Liste der Bauarbeiter steht, müsste gemacht werden, sagte Awo-Mitarbeiterin Askour. Beim Ferienprogramm vor zwei Jahren habe die Halle kaum genutzt werden können, weil es reingeregnet habe. Danach wurden die Löcher notdürftig geflickt.

Auch das Dach müsste saniert werden

Aber das war nicht der Grund für die Visite der SPD-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Sie war auf Einladung ihrer Bonner Parteigenossen gekommen, um sich das Kooperationsprojekt „Integration durch Sport“ von Awo und OTC vorstellen zu lassen. Das sei „ein super Beispiel, wie Integrationsarbeit funktioniert“, sagte der Bonner SPD-Vorsitzende Gabriel Kunze einleitend. Angelika Weiß von der Awo-Integrationsagentur stellte Projekte vor: In der Lernbetreuung kommen etwa 30 Kinder regelmäßig vorbei, um Hausaufgaben zu machen. „Sie gehen eigentlich erst, wenn sie merken, dass sie in der Schule besser werden.“

Daneben gibt es eine Mutter-Kind-Bewegungsgruppe, einmal im Monat einen Frauentisch mit wechselnden Themen und vieles mehr, und man sei für alle Menschen offen, egal welcher Nationalität oder Religion. Und die Awo arbeitet mit dem OTC zusammen, bei dem Jugendliche Taekwondo lernen können – dass der Club eine gute Adresse dafür ist, beweisen die vielen auch internationalen Pokale, die derzeit im Awo-Raum zu sehen sind. Für Windisch war es gerade in diesem Stadtteil wichtig, „dass Inseln entstehen, an die sich Jugendliche wenden können“.

„Man hat hier eigentlich ein leichtes Spiel“, sagte Weiß mit Blick auf den Integrationsgedanken. Man könne aber noch mehr leisten, wenn die Pennenfelder Awo wenigstens eine halbe feste Stelle hätte, die vormittags die Räume öffnen könnte. Mit eigenen Mitteln sei das aber nicht zu stemmen, und die bisherige Förderung durch den Landessportbund sei nach fünf Jahren ausgelaufen.

Christina Kampmann konnte auf Anhieb keine Gelder zusagen, brachte aber die neu eingeführten Integrationslotsen von Landes- und Stadtsportbund ins Gespräch. Zudem gebe es einen Geldtopf mit 250 000 Euro, auf den Vereine unbürokratisch für kleine Anschaffungen zugreifen können. Vom Projekt zeigte sich die Ministerin beeindruckt.