Plittersdorfer Vereine verärgert

Sporthalle der Gotenschule ist geschlossen

Das war die Turnhalle noch offen: Gotenschülerinnen beim Musiktheater.

Das war die Turnhalle noch offen: Gotenschülerinnen beim Musiktheater.

Plittersdorf. Jugendliche in Plittersdorf müssen sich keine Sorgen machen, dass nach Schule und Hausaufgaben Langeweile aufkommt. Zahlreiche Vereine bieten ein breit gefächertes Angebot. Doch es knirscht: Der Tischtennis-Club (TTC) Plittersdorf kam mit schlechten Nachrichten.

„Wer jetzt direkt bei uns einsteigen möchte, kann das leider nicht, da wir momentan in der Sporthalle der Gotenschule nicht trainieren können“, sagte Christian Großheim. Als Grund habe die Stadt Probleme mit der Hallendecke angegeben, so das Vorstandsmitglied des TTC. „Die Mängel sind seit etwa zehn Jahren bekannt“, sagten Ingrid Naß, Vorsitzende des SSV Plittersdorf, und ihr Mann Jan-Günther. Die Stadt handele einfach nicht schnell genug, lautete ihr Vorwurf.

„Die Turnhalle der Gotenschule ist seit dem 5. April gesperrt“, teilte Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt am Mittwoch auf GA-Anfrage mit. „Die betroffenen Schulen und Vereine wurden am gleichen Tag um 8.15 Uhr darüber informiert.“ Da seien neben der Gotenschule selbst die Hebo-Privatschule, der Godesberger Turnverein, Betriebssportkreisverband Bonn/Rhein-Sieg, TTC Plittersdorf, SSV Plittersdorf und Baseballclub Bonn-Capitals. Weitere Details könne die Stadt am Freitag beantworten.

„Wir haben große Probleme mit Müll, Scherben und Flaschen auf dem Sportplatz“, meinte Ingrid Naß zur Arbeit des Fußballvereins. Die momentanen Lösungsvorschläge sagten ihr nicht zu: „Wir können den Sportplatz nicht morgens auf- und abends abschließen, auch können wir als Verein keine Zäune finanzieren.“ Es sei wichtig, dass die ehrenamtliche Arbeit der Vereine unterstütz werde. „Wir fühlen uns von der Stadt allein gelassen“, so Jan-Günther Naß, der ebenfalls beim SSV aktiv ist.

Die Aktivitäten für Jugendliche seien in Plittersdorf überraschend vielfältig, findet Nikolaus Kircher, Organisator des Bürgertreffs, zu dem 30 Gäste kamen. Bei Scouting Bonn können Kinder von sechs bis 18 Jahren in wöchentlichen Gruppenstunden, im Zeltlager oder auf einer Sommerfahrt ein neues Verhältnis zur Natur aufbauen. „Ihr seid aber keine Pfadfinder?“, fragt ein Bürger in die Runde. „Nein, wir arbeiten ohne einen Dachverband“, erklärte Felix Lindlar vom Scouting-Vorstand.

Holger Grebert stellte die Aktivitäten der Kanu-Freunde vor. „Ist das nicht gefährlich mit dem Kanu?“, fragten Zuhörer. „Wir führen die Jugendlichen langsam heran und üben gezielt, wie man Menschen aus dem Wasser bergen kann“, meinte Grebert. Nach dem Training würden die Jugendlichen häufig ins Wasser springen und noch eine Runde schwimmen. „Ich wundere mich über den Übermut“, so ein Plitterdorfer. Grebert: „Mir ist das sehr recht: Je mehr Erfahrung die Jugendlichen mit dem Wasser haben, desto sicherer ist es.“

Kircher freute sich, dass beim Treff nur 20 Prozent der Besucher CDU-Mitglieder seien. Der Stadtverordnete war entsprechen zufrieden, denn „wir wollen ein breites Meinungsspektrum“. Im nächsten Monat will er mit den Bürgern über Sauberkeit sprechen. Im Juni soll es um die Spielplätze in Plittersdorf gehen. Die Treffen finden jeweils ab 19 Uhr im Schaumburger Hof statt – immer am zweiten Dienstag im Monat.