Verdächtiges Gepäckstück

Sperrung am Bahnhof in Bad Godesberg aufgehoben

Bonn. Der Bahnhof in Bad Godesberg musste am Mittwochnachmittag vorübergehend gesperrt werden. Ein verdächtiger Koffer in einem Regionalzug in Richtung Koblenz sorgte für einen Polizeieinsatz.

Ein herrenloser Koffer im Regional-Express 5 in Richtung Koblenz hat am Mittwochnachmittag den kompletten Zugverkehr zwischen Bonn und Remagen lahmgelegt – mit Auswirkungen auf die gesamte linksrheinische Strecke. Entdeckt wurde das Gepäckstück im Bad Godesberger Bahnhof. Nach einer Stunde stellte sich heraus, dass davon keine Gefahr ausging. Die Polizei gab Entwarnung.

„Es kamen zwei Reisende auf mich zu und beschrieben das Problem. Dann habe ich den Notruf abgesetzt“, sagte der Lokführer des RE 5. Die Bonner Polizei war schnell vor Ort. Zunächst mussten alle Fahrgäste aussteigen und warteten auf Bahnsteig 3. Kurz vor 17 Uhr räumten die Polizisten den Bahnhof samt der Unterführung. Sie halfen dabei denjenigen, die allein nicht die Treppe heruntergehen konnten. Denn die neuen Aufzüge in Bad Godesberg sind noch nicht in Betrieb. Auch der Kiosk, die Bäckerei und die Reiseauskunft mussten schließen. Unter den Fahrgästen sprach sich nur langsam herum, was geschehen war. Einige waren sauer, weil ihnen niemand genau sagte, was los ist. „Kann das denn jetzt Stunden dauern?“, fragte ein Bahnkunde eine Polizistin, die ihm diese Frage allerdings nicht beantworten konnte. „Was sollen wir machen? Sicherheit geht vor“, meinte der Zugbegleiter. Die Bahn riet Fahrgästen zwischenzeitlich, auf die Stadtbahnlinien zwischen Bonn und Bad Godesberg umzusteigen.

Zeugen hatten den Mann gesehen, der den Koffer im Waggon hinter der Lok vergessen hatte und gaben dies der Polizei an. Er sei wohl in Köln zu- und in Bonn ausgestiegen. Nach Angaben des Schaffners habe sich der Mann allerdings erst 40 Minuten nach Verlust seines Gepäcks gemeldet.

Gegen 17.05 Uhr rückte die Bundespolizei samt Räumdienst an. „Der Koffer wurde fachmännisch überprüft“, sagte Einsatzleiter Henning Brandt. Es dauerte nicht lange, bis ihn ein Kollege aus dem Bahnhof rollte. Um Punkt 17.15 Uhr setzte der Zug seine Fahrt in Richtung Oberwinter fort.