Zukunft im Seelsorgebereich

So reagiert Bad Godesberg auf Wolfgang Pickens Weggang

Interview mit Dechant Wolfgang Picken anläßlich seines Priesterjubiläums

Interview mit Dechant Wolfgang Picken anläßlich seines Priesterjubiläums

Bad Godesberg. Wie geht es in Bad Godesberg weiter, nachdem Wolfgang Picken sein Amt als Bonner Stadtdechant antritt? Ziel ist es, seinen Nachfolger bis zum 1. September zu bestimmen. Erste Stimmen zu seinem Weggang.

Mit 26.000 Katholiken ist Bad Godesberg der größte Seelsorgebereich im Erzbistum Köln. Vor seiner Ernennung zum Stadtdechanten hat Wolfgang Picken auf die Stelle des leitenden Pfarrers verzichtet und wird zum 1. März entpflichtet.

Ziel des Erzbistums ist, bis zum 1. September einen Nachfolger zu finden. In der Zwischenzeit wird einer der Pfarrer aus dem Godesberger Seelsorgeteam zum Pfarrverweser ernannt. Er soll bis zum Amtsantritt eines neuen Pfarrers die Leitung übernehmen.

„Die Stelle des leitenden Pfarrers für den Seelsorgebereich Bad Godesberg wird im Februar 2019 im Amtsblatt des Erzbistums ausgeschrieben, damit sich interessierte Priester auf diese Stelle bewerben können“, kündigt Mike Kolb, Leiter der Abteilung Seelsorge-Personal im Generalvikariat, an.

Picken wird auch den Vorsitz der von ihm gegründeten Bürgerstiftung Rheinviertel übergeben.

„Das wird ein anstrengendes Jahr“, sagt Christoph Eiden, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung Rheinviertel, zum Weggang von Wolfgang Picken. Der Pfarrer habe die Stiftung stark geprägt, auch im operativen Geschäft. „Er war schon ein inspirierender Motor. Jetzt muss der Vorstand selbst in die Pedale treten, damit wir dem Nachfolger ein geordnetes Haus übergeben können“, so Eiden. „Wir werden das halbe Jahr ohne einen Vorsitzenden arbeiten können, aber es ist eine Herausforderung.“

Für die Vorsitzende des Bad Godesberger Pfarrgemeinderats, Claudia Kalbfleisch, kam die Nachricht von der Ernennung Pickens zum Bonner Stadtdechanten ebenfalls überraschend: „Wir haben im Juni noch das silberne Priesterjubiläum gefeiert. Da sind wir davon ausgegangen, dass er in Bad Godesberg bleibt. Es ist alles auf einem guten Weg, aber es ist echt ein Verlust.“ Die Zusammenarbeit mit Picken habe sie als gewinnbringend erlebt. „Ich war positiv überrascht, wie viel er mir zugetraut und überlassen hat. Er hat nach Meinungen und Austausch gefragt“, berichtet Kalbfleisch. Sie sieht auch weiterhin viele Möglichkeiten, sich in der katholischen Kirche von Bad Godesberg zu engagieren. „Von den Kindern bis zur Betreuung der Sterbenden sind alle Bereiche abgedeckt.“

Für Pastoralreferentin Carmen Verceles war die Personalie vom Freitag „nicht unbedingt überraschend, aber vom Zeitpunkt unerwartet“. Picken sei ja immer wieder für Positionen im Bistum im Gespräch gewesen. Es habe Spaß gemacht, mit dem Pfarrer zu arbeiten, Strategien und Seelsorge seien seine Stärken. „Wir sind gut aufgestellt, jeder weiß, was er zu tun hat. Ein neuer Pfarrer hat es einfach, weil er nicht an Strukturen arbeiten muss, sondern Impulse setzen kann“, sagt die Mitarbeiterin.