Wenn unheilbar Kranke Hilfe brauchen

So arbeitet der Hospizdienst in Bonn

Besprechungsrunde in der Geschäftsstelle des Vereins: (v.l.) Gudrun Müller, Ines Baltes, Birgit Pledl und Brigitte Engels.

Besprechungsrunde in der Geschäftsstelle des Vereins: (v.l.) Gudrun Müller, Ines Baltes, Birgit Pledl und Brigitte Engels.

BAD GODESBERG. Der Hospizverein Bonn schickt von Bad Godesberg aus ehrenamtliche Sterbebegleiter ins gesamte linksrheinische Stadtgebiet und nach Wachtberg. Ziel ist es, schwerstkranken Menschen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

In den Räumen des Hospizvereins Bonn berichtet Koordinatorin Gudrun Müller gerade von ihrem morgendlichen Hausbesuch. „Eine unheilbar krebskranke Frau und ihr Lebensgefährte brauchen unbedingt Hilfe“, erläutert Müller den Kolleginnen Ines Baltes und Birgit Pledl. Müller hat dem Paar schon den Kontakt zu einem ambulanten Pflegedienst verschafft. „Aber die beiden kommen mit der Diagnose nicht zurecht. Und sie wollen, dass die Frau unbedingt zu Hause sterben kann.“

Baltes blättert schon in den Listen der Ehrenamtlichen, die nach einer Fortbildung des Hospizvereins in palliativen Fällen einsatzfähig sein werden. Müller, eine Theologin, schildert noch einmal die häusliche Situation. „Die Chemie zwischen unseren Ehrenamtlichen und den Menschen, die sie meist über längere Zeiten begleiten, muss einfach stimmen“, erläutert Baltes, eine Krankenschwester und Mediatorin.

Derweil hat Pledl, ebenfalls Fachkrankenschwester in der Palliativpflege und beratende Psychoonkologin, Kandidaten aus der Liste herausgefiltert. Mit ihnen wird jetzt besprochen, wer umgehend in die Begleitung einsteigen kann. „Aktuell haben wir 373 Mitglieder, mit steigender Tendenz. Aus ihren Reihen stehen 60 Ehrenamtliche all denen zur Verfügung, deren Leben zu Ende geht: zu Hause, im Hospiz oder in gut einem Dutzend Bonner Pflegeheimen“, erklärt Brigitte Engels vom Vorstand.

Ziel sei es, schwerstkranken Menschen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Die Nachfrage danach steige ständig, im häuslichen Bereich und im Heim.„So ist der Verein in den vergangenen 20 Jahren zu einer unverzichtbaren Stütze bei der Begleitung der Sterbenden und zur Entlastung der Angehörigen in unsere Stadt geworden,“ so Engels.

Bei der Bewältigung der Trauer steht man Betroffenen zur Seite

Sehr gut angenommen werden eben hier in der Geschäftsstelle in der Junkerstraße 21 die Besprechungsräume, fährt Engels fort. Seit 2014 sei man damit nicht nur im stationären Hospiz erreichbar. „Wir helfen allen, die für ihre Angehörigen auf dem letzten Weg Rat und Hilfe suchen, im gesamten linksrheinischen Bonn und Wachtberg.“

Auch bei der Bewältigung der Trauer stehe man Betroffenen zur Seite: in Gesprächskreisen oder im Trauercafé. „So ist mitten in Bad Godesberg ein Ort entstanden, an dem alle, die mit Sterben konfrontiert werden, Hilfe erhalten“, sagt Müller. Pledl sorgt dabei im Büro am Stadtwald dafür, dass die Kooperation mit Hospizleiterin Marita Haupt und ihrem Team weiterhin vertrauensvoll läuft. „Wir schicken auch dort Ehrenamtliche an die Betten. Sie ergänzen sich prima mit den Fachkräften“, erzählt Pledl.

Gleich werden die Koordinatorinnen wieder zu neuen Einsatzorten eilen. Da stellt Baltes noch ein neues Projekt vor: In einem Pflegeheim wird der Verein eine eigene Hospizsprechstunde einrichten. „Das Heim hat uns darum gebeten“, so Baltes. Es sei sicher hilfreich, wenn Angehörige auch mit Fachkräften von außen Dinge klärten. Und auch die Planung für den nächsten Fortbildungskurs 2019 läuft. „Wir brauchen unbedingt weitere Ehrenamtliche“, so Pledl.

Kontakt: 0228/62906900, E-Mail: kontakt@hospizverein-bonn.de