Flüchtlingshilfe des "Runden Tisches"

Sie hilft den Flüchtlingen

"Ich habe in Tunesien studiert und spreche arabisch. Das hilft
bei der Arbeit"
Koordinatorin
Jessica Hübner-Fekiri

"Ich habe in Tunesien studiert und spreche arabisch. Das hilft bei der Arbeit" Koordinatorin Jessica Hübner-Fekiri

BAD GODESBERG. In Bad Godesberg gibt es jetzt eine hauptamtliche Koordinatorin für die Flüchtlingshilfe des "Runden Tisches". In seiner Märzsitzung stellte das Gremium, moderiert von Dechant Wolfgang Picken, die neue Mitarbeiterin Jessica Hübner-Fekiri vor.

Die Ethnologin soll den Bedarf der Flüchtlinge abfragen und die Hilfsangebote aus der Bevölkerung koordinieren. Sie bringt Erfahrung in Entwicklungszusammenarbeit und Erwachsenenbildung mit und hat als Studentin selbst ehrenamtlich Deutschunterricht in Flüchtlingsheimen in Bayreuth gegeben. "Ich habe in Tunesien studiert und spreche Arabisch. Das hilft bei der Arbeit", berichtete die 30-jährige Mutter zweier Kinder, die mit einem Tunesier verheiratet ist.

Finanziert wird ihre Stelle je zur Hälfte vom Evangelischen Konvent Bad Godesberg und vom Katholischen Kirchengemeindeverband Bad Godesberg. Die katholische Kirche stellt zusätzlich das Büro zur Verfügung.

Die neue Stelle ermögliche, den Flüchtlingen besser zu helfen und die große Hilfsbereitschaft zu kanalisieren, sagte Imke Schauhoff vom Evangelischen Konvent. Problem bisher war nämlich, dass eine Anlaufstelle fehlte. "Viele Flüchtlinge sind durch Angehörige hier. Gerade für syrische und irakische Familien ist das Ehrensache, aber sie überschätzen sich häufig", sagte Schauhoff. Auch die Wartezeiten bei den Integrationskursen seien sehr lang, bis zu sechs Monate, was verlorene Zeit sei. Der Runde Tisch helfe da, "wo der Staat zu langsam ist". Im Zusammenspiel mit den Beteiligten des Runden Tisches übernehmen die Kirchen laut Schauhoff eine "Aufgabe für die Gesamtgesellschaft".

Das Thema Sprachkurse ist dabei für den Runden Tisch zentral. "Wir können die Flüchtlinge so während des Übergangs in einen gesicherten Aufenthaltsstatus wirkungsvoll begleiten und ihnen die Integration in ein neues Lebensumfeld erleichtern", erklärte Dechant Picken. Der "Runde Tisch" konnte Spendenzusagen in Höhe von 12 000 Euro verbuchen und lässt sie vollständig in Sprachkurse für Asylbewerber einfließen.

30 Personen sind bereits versorgt, alle weiteren Flüchtlinge, die in Bad Godesberg noch warten, bekommen jetzt Sprachkurse, die die Zeit bis zum Integrationskurs überbrücken sollen. "Insgesamt erhalten damit über 120 Geflohene die Möglichkeit zum Spracherwerb", so Picken. Darüber hinaus sucht der "Runde Tisch" jetzt ehrenamtliche Sprachbegleiter, die die Flüchtlinge drei Monate lang parallel zu den Sprachkursen betreuen. Sie sollen ihnen helfen, die deutsche Sprache im Alltag anzuwenden. "Wichtig dabei ist auch, einfach nur da zu sein und menschliche Nähe anzubieten", sagte Picken.

Interessenten für das Ehrenamt können sich per E-Mail an fluechtlinge@godesberg.com oder unter Tel. 0228/53881330 melden.

Der Runde Tisch

Der Runde Tisch Flüchtlinge Bad Godesberg trifft sich seit sechs Monaten. Ziel ist angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen im Stadtbezirk, alle an der Flüchtlingshilfe Beteiligten zu vernetzen, den Bedarf zu analysieren und Hilfsangebote aus der Bevölkerung zu koordinieren. Am Runden Tisch arbeiten die Kirchen zum Beispiel mit Bildungsträgern, Quartiersmanagement, Arbeiterwohlfahrt, Rotem Kreuz und Kölner Flüchtlingsrat zusammen.