Zwangspause für zehn Schulen Schwimmbad in Bad Godesberg bleibt monatelang geschlossen

An Unterricht ist nicht zu denken: Gähnende Leere im Schwimmbad des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Pennenfeld.

Pennenfeld. Der Filterschaden im Lehrschwimmbecken des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) ist so gravierend, dass das Schwimmbad monatelang geschlossen bleiben muss. Das hat das Presseamt der Stadt am Montag auf GA-Anfrage bestätigt.

Stadtsprecherin Monika Hörig nennt Einzelheiten zum Schaden: „Einer der beiden Filter im Lehrschwimmbecken des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ging während einer Filterrückspülung defekt und kann nicht mehr betrieben werden. Eine reguläre Umwälzung des Wasserkreislaufes ist zurzeit nicht möglich.“ Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) befinde sich momentan in Abstimmung mit einer Fachfirma zum Reparatur- und Zeitumfang. Hörig bestätigt Informationen der Schwimmgemeinschaft Wachtberg-Godesberg (SG Wago), dass das SGB derzeit unterbesetzt sei. In der Abteilung „Bäder, Werkstätten, Bauunterhaltung Kongresszentrum“ seien viele Mitarbeiter krank.

„Auch die Reparatur der defekten Filteranlage leidet darunter.“ Deren genaue Kosten stünden noch nicht fest, sie lägen voraussichtlich im sechsstelligen Bereich. Es sei vorher nicht absehbar gewesen, dass alles nun viel länger dauert. „Die veränderte Situation ergab sich aus dem Ortstermin mit der für den Filteraustausch beauftragten Fachfirma“, so Hörig. Über die Badschließung an sich seien die Schulen und Vereine am 23. Januar per E-Mail informiert worden. Für sie stünden nun keine Alternativen zur Verfügung.

Schwimmbecken wurde 2015 saniert

Schulleiter Guido Trimpop war nach der Schließung optimistisch gewesen und hatte damit gerechnet, dass der Schwimmbetrieb nur wenige Tage unterbrochen werden muss. Das Lehrbecken wurde wie berichtet erst 2015 komplett saniert. Die Stadt hatte einen neuen Hubboden eingebaut, Duschen und Toiletten erneuert sowie die Räume neu gefliest.

„Für die betroffenen Schulen ist das eine unmögliche Situation, wenn hier der Schwimmunterricht so lange ausfallen muss“, sagt Trimpop. Neun weitere Schulen aus der Umgebung würden die Halle nutzen, vor allem Grundschulen. Die Kinder bekommen nun ein anderes Sportangebot, was sie letztlich nicht zu besseren Schwimmern macht. Trimpop: „Wir müssen in Bad Godesberg einfach dafür sorgen, dass Schulschwimmen stattfindet.“ Reinhild Glotz, Leiterin der Burgschule findet es bedauerlich, dass die Schwimmhalle nicht schnell instand gesetzt werden könne. Sie war eigentlich froh, mit einer dritten Klasse untergekommen zu sein.

An Vereinen trainieren im KAG der Godesberger Turnverein und die SG Wago. Die hatte, wie berichtet, ihre Mitglieder am Freitag informiert, dass mit einer monatelangen Schließung zu rechnen sei. Der Verein musste seine Schwimmkurse in der Schule wegen des Filterdefekts eine Woche vor Schluss abbrechen. Neue Kurse für Kinder und Erwachsene konnten bisher nicht starten. „Es geht um relativ viel, was jetzt kaputt geht“, sagte Peter Kruse, Vorsitzender der SG Wago, dem GA. Der Bau der Traglufthalle im Freibad Friesdorf verzögere sich, sodass dem Verein nach Schließung des Kurfürstenbades jetzt nur noch die Bodelschwinghschule als möglicher Trainingsort in Bad Godesberg bleibe.

Enttäuschung bei den Schwimmern

Zweiter Standort ist unverändert das Wachtberger Hallenbad. Kruse hatte zunächst noch die Hoffnung, dass der Defekt im KAG so glimpflich abläuft wie der Rohrbruch im vergangenen Sommer. „Da war das Schwimmbad nach zwei Wochen wieder offen. Jetzt haben wir nach fünf Wochen immer noch keine Informationen, was genau kaputt ist und was es kostet“, ärgert sich der Vorsitzende.

Beim Godesberger Turnverein (GTV) sind drei Kindergruppen und eine Gruppe für Erwachsene von der Schließung betroffen. „Wir können keine Alternativen anbieten, die Gruppen fallen im Moment aus“, sagte Pressesprecherin Silke Schuth. Übungsleiter Johannes Wandt sagte, dass die kleinen und großen Schwimmer im Verein enttäuscht seien. „Wir stellen sie für die Zeit beitragsfrei. Das ist das Einzige, was wir tun können.“ Wandt ist auch aufgefallen, dass abends in der ungenutzten Halle ständig das Licht brennt. Das liege an nebeneinander liegenden Kippschaltern, die auch die Beleuchtung in den Umkleiden und der Turnhalle regeln. Die Trainer hätten sich daran gewöhnt, alle auf einmal umzuknipsen. Den fürs Schwimmbad hat Wandt nun abgeklebt.

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