Arbeit im Inklusionsrestaurant

Schweizer Spitzenkoch brät Burger in Bad Godesberg

Aus der weiten Welt beim Godesburger angekommen: Spitzenkoch Bruno Straub freut sich auf seine Arbeit im Inklusionsrestaurant.

Aus der weiten Welt beim Godesburger angekommen: Spitzenkoch Bruno Straub freut sich auf seine Arbeit im Inklusionsrestaurant.

Bad Godesberg. Der Schweizer Spitzenkoch Bruno Straub hat die Gastronomieleitung beim integrativen Lokal Godesburger übernommen. Straub reizt vor allem das Thema Inklusion: Sieben der zwölf Stellen sind mit Behinderten besetzt.

Seine 23 Jahre in Asien haben ihn geprägt, waren aber auch ein Knochenjob mit täglich 18 Stunden Arbeit, sechsmal pro Woche. Bruno Straub regierte mit dem Kochlöffel in Manila, Hongkong, Bangkok und Seoul. In Singapur war er Küchenchef über 300 Köche, die im Westin-Hotel mit seinen 18 Restaurants das Essen auf den Tisch brachten. „Irgendwann hat man die Sterne satt“, sagt der heute 62-Jährige. Nun hat es ihn zu Hacksteaks und Pommes im Godesburger am Moltkeplatz verschlagen, wo der gebürtige St. Gallener von Sabine Thiemann die Gastronomieleitung übernommen hat.

Vor allem reizt Straub die Arbeit im Inklusionsrestaurant: Sieben der zwölf Stellen füllen Behinderte aus: Gehörlose, Autisten oder Kollegen mit einer Körperbehinderung, die wie alle anderen in den Schichten mitarbeiten. Der Koch will all seine Erfahrung an sein neues Team weitergeben, so wie er es nach seiner Rückkehr aus Asien 2000 auch schon mit den Studenten an der Hotelfachschule in Bad Honnef getan hat. Seine beiden Kinder waren damals ein weiterer Grund, nach Europa zurückzukehren.

So ist Straub von den Sternen am Gastrohimmel auf den Boden gekommen: „Das Produkt ist absolut top“, sagt er zu den Burgern. „Nichts kommt aus dem Eimer, alles ist frisch. Wir entwickeln die Soßen selbst und schälen Kartoffeln für die Pommes Frites.“ In Erinnerung an die Vergangenheit soll es auf der Monatskarte auch mal einen Asia-Burger mit Teriyaki-Sauce geben.

Geplant ist, in seiner Saison Spargel mit Pesto ins Brötchen zu legen oder ein Lachsfilet. „Der Fisch fehlt hier ein bisschen“, meint der Schweizer, der schon für Sophia Loren und Staatsoberhäupter gekocht hat. Im Sommer will er vor dem Lokal am Grill stehen. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Integrationsbetrieb, dessen Gewinne wieder ins Unternehmen investiert werden.

Godesburger-Geschäftsführer Wolfgang Pütz freut sich über Straubs Engagement beim Leuchtturmprojekt, das 2016 den Inklusionspreis NRW gewonnen hat. Es soll anderen Unternehmern Mut machen, Behinderte einzustellen. Eine Lotsenfunktion übernimmt dabei das Netzwerk Bonn-rhein-sieg-fairbindet, das in Stadt und Kreis aktiv ist.