Bad Godesberg

Schule warnt vor Bandengewalt - Ako-Schüler werden Ziel von Angriffen

BAD GODESBERG. An zwei Abenden hatte sich die Polizei am Wochenende gezwungen gesehen, in der Godesberger Innenstadt resolut gegen Jugendliche vorzugehen, die gegenüber Passanten und Polizisten aggressiv, beleidigend und handgreiflich geworden waren.

Recherchen unserer Redaktion zufolge stehen die Ausschreitungen im Zusammenhang mit Angriffen auf Schüler des Aloisiuskollegs, zu denen es zuletzt wiederholt gekommen war. Davon, wie ernst das Thema an der Schule genommen wird, zeugt derweil ein Elternbrief. Darin informiert die Ako-Internatsleitung über die "unruhige und ernste Situation um Gewaltvorfälle in Bad Godesberg".

Seit etwa fünf, sechs Wochen gebe es vermehrt gewalttätige Übergriffe gegen interne wie externe Schüler der Ako-Oberstufe: Auflauern im Stadtpark, Auflauern an Bushaltestellen, Randale vor Kneipen in Bad Godesberg, zweimalige Verfolgung der Jugendlichen bis aufs Schulgelände und Drohungen, so die Aufzählung. Schwerwiegend verletzt wurde dem Bericht zufolge bislang niemand, auch seien in dem Kontext bislang keine Fälle von Raub, Diebstahl oder Sachbeschädigungen aufgetreten.

"Trotzdem ist die Situation weiterhin sehr ernst zu nehmen", schreibt die Schule und teilt zu den Tätern mit: "Wir haben es im Wesentlichen mit zwei Godesberger Gangs zu tun, die sich aus ehemaligen Ako-Schülern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie weiteren nicht näher zuzuordnenden Jugendlichen zusammensetzen und deren Anführer uns inzwischen auch namentlich bekannt sind".

Die Ursachen, so die Schulleitung weiter, lägen teilweise in einem "pauschalen Hass gegen das Ako", teilweise in privaten Konflikten. Leider hätten einige Jugendliche ihre Anzeigen bei der Polizei zurückgezogen - womöglich aus Angst vor Folgen. Dabei räumt die Schule ein, dass auch eigene Schüler durch verbale Provokationen zur Eskalation beigetragen haben könnten. Angesichts der Lage hat das Ako eine Reihe von Maßnahmen ergriffen.

Dazu gehören neben dem Einschalten der Polizei sowie gezielter Schulung zur Konfliktentschärfung auch Restriktionen beim Ausgang der Schüler. So wurde den Internatsschülern für zwei Samstage kein Ausgang gewährt. "Das", so die Schulleitung, "gebietet die Sicherheitslage, gerade auch die kürzlich erfolgte Drohung mit Waffeneinsatz."

Klagen über mangelndes Sicherheitsgefühl gibt es von Godesberger Schulen zwar immer wieder. Dennoch hat die Polizei im aktuellen Fall ihren Fokus vor allem auf das Umfeld des Ako gerichtet, weil die Auseinandersetzungen ihren Ursprung in einem Streit haben sollen, in den ein Ako-Schüler verwickelt war. Gleichwohl würden von den in kleinen Gruppen auftretenden Randalierern inzwischen auch völlig unbeteiligte Jugendliche attackiert.

Zur Zielscheibe heftiger Aggressionen wurden am Wochenende vor allem aber die Polizisten, die entschlossen gegen die Störer vorgegangen waren. Bei dieser Marschroute soll es auch bleiben. Man werde, versicherte ein Polizeisprecher gegenüber dem GA am Dienstag, diese Eskalation nicht hinnehmen und ihr entschieden Einhalt gebieten.