Jugendhilfeeinrichtung Villa Holzem

Schnelle Hilfe für Kinder und Jugendliche

WACHTBERG.  Godesheim-Leiter Klaus Graf stellt die Villa Holzem im Familien- und Sozialausschuss vor.

Drei Angebote unter einem Dach: Das bietet die Jugendhilfeeinrichtung Villa Holzem, die die Evangelische Jugendhilfe Godesheim in Holzem installiert hat. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport, Familie und Soziales stellte Klaus Graf, Leiter und Geschäftsführer des Godesheims, das im Verbund der Axenfeld-Stiftung arbeitet, die Villa Holzem vor.

In der Einrichtung werden Kinder aus "schwierigen Situationen aufgenommen, und zwar bewusst fernab von ihrer Herkunftsfamilie", erläuterte Graf. Im Zuge der Betreuung werde geschaut, ob die Kinder nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Familie zurückgehen könnten, oder ob sie "dauerhaft irgendwo anders untergebracht werden müssen".

Die Villa Holzem ist zweigeteilt: In der unteren Etage leben acht Kinder im Alter bis zehn Jahre. Im ersten Stock ist eine Wohngruppe für Mädchen ab zwölf Jahren untergebracht. "Es sind Mädchen, die Gewalterfahrungen hinter sich haben", sagte Graf. Sie benötigten einen ruhigen Ort. Einige würden bedroht, zum Beispiel von Familienangehörigen, so dass sie nach Absprache mit dem Jugendamt in der ersten Zeit teilweise anonym dort leben. Wichtig sei, dass sich die Jugendlichen nicht in Lebensgefahr befänden. Für diese Fälle gebe es andere Einrichtungen.

"Auch bei den Mädchen wird geschaut, ob sie nach Hause zurückgehen können. Bei 14- bis 15-Jährigen versuchen wir außerdem, die sogenannte Verselbstständigung vorzubereiten", erklärte Graf. Soll heißen, dass die Mitarbeiter versuchen, die Jugendlichen auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Nicht alle Kinder, die in der Villa Holzem betreut werden, kommen aus der unmittelbaren Umgebung. "80 bis 90 Prozent sind wohnortnah untergebracht", erklärte Graf. Allerdings gebe es auch Kinder, die aus ihrem Umfeld (das müsse nicht zwangsläufig die Familie sein, es gebe auch andere Faktoren) herausgeholt werden müssten und deswegen weiter weg untergebracht werden. "Sie stammen aus Orten in einem Umkreis von ungefähr 50 Kilometern."

Finanziert wird die Einrichtung mit Mitteln des Bonner Jugendamts, laut Graf der Hauptkostenträger. Hinzu kommt Unterstützung von der Axenfeld-Gesellschaft. "Sie wirbt die Immobilien an und baut um. Aus den Entgelten für die Betreuung ließe sich das nicht finanzieren", so Graf. Der Gemeinde entstehen nur Kosten, wenn Kinder aus Wachtberg in der Villa Holzem unterkommen.

Zwar habe es Ängste und Sorgen in der Bevölkerung gegeben, sagten die Politiker nach dem Vortrag. Diese seien aber bei einer Besichtigung schnell ausgeräumt worden. "Man kann weitertragen, welch tolle Einrichtung es ist", waren sie sich einig.

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