Kinofilm auch aus Wachtberg

Schlagerstar feiert in Pech Millionärs-Party

WACHTBERG/BONN. Roberto Blanco lässt es ordentlich krachen. Frei nach seinem berühmten Lied "Ein bisschen Spaß muss sein" feiert er eine gigantische Millionärsparty in einer prächtigen Villa. Hunderte Gäste lassen sich Schampus und Häppchen schmecken und tanzen, als gäbe es kein Morgen mehr.

Vor dem Prachtbau, der selbstverständlich über einen Pool verfügt, stehen mehrere Luxuskarossen im Wert von mehreren Einfamilienhäusern. Autofans können unter anderem einen Ferrari California und einen Maserati Ghibli entdecken. Die Bäume ringsherum sind mit Lichterketten geschmückt - man sieht: Hier feiert der Geldadel. Die Villa steht im Huppenbergweg in Pech und zieht aufgrund ihrer Größe die Blicke vorbeigehender Passanten automatisch auf sich.

Schlagerfans müssen jetzt aber tapfer sein: Roberto Blanco ist natürlich nicht nach Pech gezogen - die beschriebene Szenerie kann man seit gestern in der Kino-Komödie "Halbe Brüder" wiederfinden. Es gibt sogar eine Kamerafahrt durch Teile der Huppenbergstraße. So viel sei verraten: Das Pecher Anwesen nimmt eine zentrale Rolle im Film ein und ist längere Zeit zu sehen - die Film-Requisite hat sich bei der Ausschmückung der Szenen die größte Mühe gegeben.

Ordentlich Trubel herrschte Anfang Juni vergangenen Jahres im sonst so beschaulichen Pech, als Regisseur Christian Alvart ("Antikörper", "Case 39", "Tatort") mit einem großen Filmteam Einzug in Pech hielt. Alvart drehte ebenfalls in Berlin, Frankfurt, Köln, Hamburg und auf Fehmarn.

In Wachtberg waren auch die Hauptdarsteller des Filmes der Rapper Paul "Sido" Würdig, "Tatort"-Star Fahri Yardim und der Comedian Tedros "Teddy" Teclebrhan dabei. Letzterer spielt im Film den Rapper "Addi Blanco" - der Name verrät es schon: Roberto Blanco, der sich bei "Halbe Brüder" selber spielt, ist sein Vater.

"Ich habe erst ein bisschen Angst gehabt, als ich hörte, ich soll mit Sido arbeiten. Es macht aber einen riesigen Spaß mit den Jungs zu drehen. Wir verstehen uns so gut, dass wir uns morgens SMS mit »Ich liebe dich« untereinander schicken", scherzte Fahri Yardim damals gegenüber dem GA.

Dass sich die drei Hauptdarsteller untereinander gut verstanden haben, merkt man dem Film auch an. Julian (Sido), Yasin (Fahri Yardim) und Addi ("Teddy") erfahren ohne Vorwarnung bei einem Testamentsverwalter, dass sie Brüder sind und ihre gemeinsame Mutter gestorben ist.

Die drei unterschiedlichen Typen können sich auf den ersten Blick nicht leiden und würden auch gerne wieder ihrer Wege gehen, wäre da nicht das ansehnliche, aber gut versteckte Erbe der Mutter. An dieses kommen sie nur, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Es beginnt eine turbulente Schnitzeljagd. Eine schrille Komödie, die an einigen Stellen ziemlich überzogen wirkt und gewöhnungsbedürftig ist, wenn ein fauchender Psycho-Killer im pinken Hasenkostüm daherkommt. Schauspieler und Comedian Teclebrhan geht mit seinem sehr eigenartigen Verhalten (soll wohl lustig sein) ziemlich schnell auf die Nerven. Nichtsdestotrotz ist eine Komödie entstanden, die auch starke Seiten hat und schließlich das tut, was sie tun soll: unterhalten. Vollblut-Schauspieler Yardim wird seiner Bezeichnung mehr als gerecht. Auch Sido kann in seiner Rolle, für die extra seine zahlreichen Tattoos weggeschminkt wurden, überzeugen: So hat man ihn noch nie gesehen.

Der zuvor angesprochene Hasen-Killer hat übrigens sein Headquarter im Untergrund einerU-Bahn-Anlage. Szenen dafür wurden in der U-Bahn-Station unterhalb des Bonner Hauptbahnhofes gedreht. Wer genau aufpasst, kann auch die "Bönnsche Bimmel" entdecken.

Kleiner Tipp an all jene, die wie Roberto Blanco residieren und feiern möchten: Die prächtige Villa in Pech steht derzeit für 2,25 Millionen Euro zum Verkauf.