Projekt in der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

Schüler und Musikprofis führen Bernsteins „Mass“ auf

In der Aula der Gesamtschule präsentieren Schüler und Musikprofis Szenen aus dem Werk "Mass" (Messe) von Bernstein.

In der Aula der Gesamtschule präsentieren Schüler und Musikprofis Szenen aus dem Werk "Mass" (Messe) von Bernstein.

Bad Godesberg. Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule präsentiert ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Philharmonischem Chor Bonn und dem Kölner Bachverein: das Werk "Mass" von Leonard Bernstein. Im Zentrum der Komposition stehen persönliche Glaubenskrisen, aber auch die grundsätzliche Frage von Autoritätskritik und die nach der Notwendigkeit von Religion und ihren Ritualen.

„Für unsere Schüler sind das besondere Erlebnisse“, freute sich Schulleiterin Andrea Frings am Dienstagvormittag kurz vor der Aufführung eines fächerübergreifenden Schülerprojektes, das die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule mit dem Philharmonischem Chor Bonn und dem Bachverein Köln erarbeitet hat.

Bereits seit mehreren Jahren kooperiert die Gesamtschule mit dem Philharmonischen Chor und dem Bachverein. War es voriges Jahr noch Händel, stand dieses Mal ein komplexes Stück von Leonard Bernstein auf dem Programm. In der Aula der Gesamtschule präsentierten Schüler und Musikprofis unter dem Titel „We’ve Got Quarrels and Questions“ Szenen aus dem Werk „Mass“ (Messe) von Leonard Bernstein.

Die Szenen waren die Ergebnisse eines Projekts, auf das Thomas Neuhoff, Leiter des Philharmonischen Chors und des Bachvereins, sowie Eva de Voss die Schüler vorbereitet hatten. Unter der Moderation von Neuhoff spielten die Schüler mit den Solisten des „Street Chorus“. „Das Stück von Bernstein, das 1971 in den USA uraufgeführt wurde, ist durchaus noch aktuell“, sagte Neuhoff an die Schüler gerichtet.

„Bernsteins »Mass« wird selten aufgeführt“, erläuterte Klemens Roloff vom Bachverein. „Das liegt sicher auch an der Menge von Personal, das dafür benötigt wird. Auch ist der religionskritische Ansatz vermutlich nicht populär.“

Glaubenskrisen und Autoritätskritik

Im Zentrum von Bernsteins Komposition stehen nicht nur persönliche Glaubenskrisen, sondern auch die grundsätzliche Frage von Autoritätskritik und die Frage nach der Notwendigkeit von Religion und ihren Ritualen. Sie spiegeln die gesellschaftlichen Verwerfungen in den USA zum Entstehungszeitpunkt von „Mass“ wider. Die in den sechziger Jahren besonders lebendige Pop-Kultur hinterließ ebenfalls ihre Spuren in dem Werk – zu sehen auch an Bildern der Beatles, von Jimi Hendrix oder Carlos Santana, die in der Aula zu sehen waren.

Der Philharmonische Chor führt das Stück am 10. Mai vor bereits ausverkauftem Haus in der Kölner Philharmonie auf. Die Kölner Aufführung von „Mass“ wird, Bernsteins Werkkonzept folgend, mit szenischen Andeutungen arbeiten. Martin Füg, Regisseur der Aufführung, wird im Rahmen der Aufführung in der Philharmonie auch Projektionen von Textcollagen, die aus zweistündigen Workshops im Religions- und Philosophieunterricht zusammenkamen, präsentieren. Themen sind aktuelle Antworten auf Bernsteins Fragen nach Glauben und Religion.

Während sich das musikalische Schülerprojekt insbesondere der Einstudierung der Partie des Jugendchors in „Mass“ widmete, hatte das außermusikalische Begleitprogramm angesichts der anspruchsvollen Thematik vor allem die Jahrgänge 11 und 12 im Blick und richtete sich vornehmlich an die Fächer Religion, Philosophie, Geschichte, Englisch, Kunst und Literatur.