Bahnhof Bad Godesberg

Sanierung soll im April beginnen und 6,8 Millionen Euro kosten

BAD GODESBERG. Eine lange Geschichte geht auf ihr hoffentlich glückliches Ende zu: Am Donnerstag hat die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass im April mit den Arbeiten am Godesberger Bahnhof begonnen werden soll.

Dann schließen Vorhalle und Tunnel. Die Fahrgäste müssen über eine provisorische Holztreppe zu den Gleisen gehen. Bis dann alles fertig ist - und vor allem mit Aufzügen barrierefrei -, dauert es etwas mehr als ein Jahr.

Laut Bernhard Christ, Leiter des Bahnhofsmanagements Bonn der Deutschen Bahn (DB), beginnen bereits Ende 2014 die vorbereitenden Maßnahmen für das 6,8-Millionen-Euro-Projekt, das mit Landesmitteln finanziert wird. "Der Bahnhof entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen", sagte Christ. Und die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks, die den Ortstermin gestern Nachmittag organisiert hatte, ergänzte: "Die Bürger haben sich zu Recht über den Bahnhof aufgeregt." Das sind nun die einzelnen Schritte des Umbaus:

Noch in diesem Jahr wird an den Oberleitungen gearbeitet. Denn auf der nach Bonn gewandten Bahnhofsseite entsteht eine Behelfsbrücke aus Holz. Die wird laut Christ zwar nicht barrierefrei, hat aber ein Dach und Beleuchtung. Die Geschäfte und das Reisezentrum werden an den Brückenaufgang ausgelagert. Entsprechend kommen auch die Fahrkartenautomaten aus der Bahnhofshalle dorthin.

Dann wird der Tunnel komplett umgebaut und erhält zudem auch schönere Wände, was bis Juli 2016 dauern soll, so Planer Thomas Bey vom Ingenieurbüro Schüßler-Plan. Zu den Gleisen hin wird auf der rechten Seite der Bahnhofshalle der erste Aufzug gebaut, die anderen beiden je an den Aufgängen zu den Bahnsteigen. Die werden übrigens auf eine Länge von 210 Meter eingekürzt - nicht abgebaut, sondern abgesperrt.

Zwischen Tunneldecke und Gleise kommt Stahlbeton, so dass die Decke insgesamt niedriger wird. So verschwinden dann auch die jetzt sichtbaren Stahlträger. Diese gesamte Konstruktion kann umgebaut werden, ohne dass der Zugverkehr groß eingeschränkt wird. Damit der Tunnel dann aber noch mindestens 2,50 Meter hoch ist, wird der Boden des Durchgangs um 76 Zentimeter abgesenkt.

Die Bahn errichtet alles so, dass nach hinten raus zum Von-Groote-Platz noch eine neue behindertengerechte Rampe mit einem Gefälle von maximal sechs Prozent entstehen könnte. Solche Umbauten wären nötig, um die 76 Zentimeter zum abgesenkten Tunnelboden zu überbrücken. Allerdings ist es nach DB-Auskunft Sache der Stadt, die Rampe zu bauen. Die ist wohl auch dafür zuständig, dass im Rondell die Brennnesseln und Hecken zurückgeschnitten werden, worüber sich Passanten beklagten.

Es bleibt dabei, dass keine Toilette gebaut wird. Es gibt laut Christ nur Platz dafür im Keller. "Die wäre nach vier Wochen kurz und klein geschlagen."

Seit 14 Jahren geplant

Die Modernisierung des Bad Godesberger Bahnhofs ist seit dem Jahr 2000 geplant und wurde immer wieder verschoben. Mal aus planungsrechtlichen, mehrfach aus finanziellen Gründen. Bereits seit 2003 stehen die erforderlichen Mittel für den Einbau der Aufzüge zum Abruf bereit.

Noch im Dezember 2008 teilte die Bahn mit, dass die Fertigstellung für 2010 geplant sei. Ein Jahr später war davon nicht mehr die Rede, sondern von einem neuen Zeitziel Ende 2011. Die Generalüberholung des Bahnhofs war schon damals für den Zeitraum 2014 bis 2016 geplant. Gesteinsproben ergaben, dass die Sanierung der Unterführung problematischer sei als ursprünglich angenommen.