Arbeiten in Bad Godesberg

Sanierung des Bahnhofs wird noch später fertig

Endlich freigegeben, wenn auch noch einzelne Arbeiten anstehen: die Unterführung im Bad Godesberger Bahnhof.

Endlich freigegeben, wenn auch noch einzelne Arbeiten anstehen: die Unterführung im Bad Godesberger Bahnhof.

BAD GODESBERG. Wann die Behelfsbrücke abgebaut wird, steht noch nicht fest. Die Sanierung soll erst im „dritten Quartal“ abgeschlossen sein. Pendler vermissen eine öffentliche Toilette.

Zwar ist die Behelfsbrücke am Bad Godesberger Bahnhof Geschichte, die Personenunterführung wieder halbseitig nutzbar. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen für die Bahnreisenden: Die Sanierung des Bahnhofs wird voraussichtlich erst im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein – Rückbau der Brücke exklusive, so ein Bahnsprecher auf GA-Anfrage.

„Die Arbeiten haben sich verzögert, da die Abbrucharbeiten abschnittsweise erfolgten“, sagte der DB-Sprecher. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Zustand trotz intensiver Voruntersuchungen von den Planungen abgewichen sei. Dies habe erst festgestellt werden können, „nachdem die Gründung des Empfangsgebäudes offengelegt wurde“, sagte der Bahnsprecher. Deshalb habe man nicht nur umplanen, sondern die geänderte Planung erneut genehmigen müssen. Dies habe den Bauablauf verzögert.

Bahnhof sollte Ende 2016 fertig sein

Wie berichtet, sollte der Bahnhof ursprünglich Ende 2016 fertig sein, dann war die Rede von April 2017. So lange sollte auch die Behelfskonstruktion stehenbleiben. Jüngst hieß es, „Barrierefreiheit wird vermutlich ab Juli hergestellt“, nun ist – weniger konkret – lediglich vom „dritten Quartal“ die Rede. Und: „Die Behelfsbrücke wird noch in diesem Jahr abgebaut. Ein genauer Zeitrahmen ist allerdings noch nicht bekannt, da hierfür Sperrpausen nötig sind“, hieß es. Diese würden zurzeit mit dem Baubetrieb abgestimmt.

Die Bahnreisenden sind auf jeden Fall froh, dass sie die Bahnsteige nun durch die Unterführung und nicht mehr über die Behelfsbrücke erreichen können. „Es war sehr anstrengend, am Wochenende mit einem Koffer über die Behelfsbrücke zu kommen. Die neuen Unterführungen sind da natürlich besser“, stellte die 23-jährige Studentin Sarra Inoubli fest. Dem stimmte Ulrike Ewen (43) unumwunden zu. Es sei eine große Erleichterung, „dass diese Brücke jetzt ad acta gelegt werden kann“.

Sie berichtete von Frauen, die ihre Schuhe ausziehen mussten, um die Treppe ohne Zwischenfälle hinunterzukommen. „Leute, die Höhenangst hatten, haben sich ängstlich am Geländer festgeklammert“, sagte sie. Die Bauarbeiten zögen sich jetzt schon sehr lange hin – Ewen erwartet sehnsüchtig den Tag, an dem die Sanierung des Bahnhofs endgültig abgeschlossen ist.

Videokameras werden installiert

Einige Reisende haben dem Zugverkehr sogar – zumindest übergangsweise – den Rücken gekehrt: „Ich habe den Bahnhof bisher gemieden und bin stattdessen mit der Straßenbahn nach Bonn gefahren.“, sagte Endrik Wiese (49). Und auch der 25-jährige Ozan Aydin wechselte von der Deutschen Bahn zu den Stadtwerken. Denn: „Die Treppe zu benutzen, war mir einfach zu anstrengend. Morgens gibt es im Pendlerverkehr auch immer einen großen Ansturm.“

Doch das war nicht sein einziger Kritikpunkt. „Für Pendler sollten Toiletten hier eingerichtet werden.“ Dass es keine öffentlichen Toiletten am Bad Godesberger Bahnhof gibt, empfindet auch Tania Dowidat (56) als Unding: „Wenn man auf seinen verspäteten Zug wartet, muss man doch auch mal auf Toilette gehen können.“

Auf diese allerdings werden sie vergeblich warten. Denn auch wenn der Bad Godesberger Bahnhof komplett saniert ist, die Bahnsteige verlängert und über Aufzüge erreichbar sind, werden den Fahrgästen keine öffentlichen Toiletten zur Verfügung stehen. Die sind in der rund acht Millionen Euro teuren Erneuerung des Bahnhofs nicht vorgesehen.

Stattdessen allerdings wird er mit Videokameras ausgestattet. Das hatte die Bundespolizei mitgeteilt – und damit eine Kehrtwende vollzogen. Lange nämlich hieß es, dass Videotechnik dort nicht empfohlen werde.