Defekte Aufzüge, Umwege und Absperrungen

Sanierung am Bahnhof Bad Godesberg frustriert Fahrgäste

Bas Godesberg. Die Fahrgäste ärgern sich, dass die Sanierung des Bad Godesberger Bahnhofs so lange dauert. Nächster Termin für die Gesamt-Fertigstellung: Ende des Jahres – zwölf Monate später als anfangs geplant.

Noch eine Woche hat die Bahn Zeit, um ihre Arbeiten am Bad Godesberger Bahnhof abzuschließen. Denn noch im Juli versprach das Unternehmen die „Fertigstellung aller Arbeiten“ im dritten Quartal 2017. Mittlerweile haben es viele Fahrgäste satt, Umwege zu laufen und auf einer Baustelle ein- und auszusteigen. Tatsächlich fallen die frisch getünchten Wände kaum auf, dafür aber allerorten das Rot und Weiß der Absperrungen.

„Diese Zustände fuchsen mich echt“, beschwert sich eine Venusbergerin, die jeden Tag nach Godesberg zur Arbeit muss. „Man sieht auch keinen arbeiten.“ Nicht nur sie kann alles haarklein aufzählen, was derzeit noch im Argen liegt.

Aufzüge: Da kann man auf den Anforderungsknopf drücken, wie man will. Es tut sich nichts. „Der Fahrradtransport ist schwierig und unangenehm, da die Aufzüge noch nicht funktionsfähig sind“, sagt eine Bonnerin. So müssen Gehbehinderte und Leute mit Kinderwagen zusehen, wie sie die Treppen rauf- oder runterkommen. Zumindest helfen ihnen meist schnell andere.

Treppen: Davon ist pro Bahnsteig im Moment nur eine offen. „Alle müssen den kompletten Bahnsteig dorthin laufen“, ärgert sich die Venusbergerin.

Schaukästen: Die gibt es noch nicht. Dafür aber schwarze Leitungen, die an mehreren Stellen aus der Wand ragen und später wohl für die Lampen über den ausgehängten Fahrplänen gedacht sind. Auch neben einem Fahrkartenautomaten liegen Leitungen herum, eine Absperrung ist zwar davor, was aber die Leute nicht davon abhält, leere Trinkbecher in diese Ecke zu werfen.

Dächer: „An vielen Stellen fehlt noch angebrachte Beleuchtung“, sagt Pendler Mario Nobis. Aber auch noch das Dach selbst, weil in der Mitte der Bahnsteige nur die Gestelle dafür aufgestellt worden sind.

Entwerter: Ist bislang nur einer von da, was besonders Rentnerin Gertrud Bachmair aufregt, die mehrmals in der Woche von Remagen anreist. „Es dauert zu lange, dorthin zu gehen, und auf den Gleisen fehlen die Automaten“, sagt sie. Evina Sosthène aus Bonn meint: „Es sollte auch am Gleis die Möglichkeit geben, Fahrkarten zu kaufen, und nicht nur unten in der Eingangshalle.“ Der Automat neben der Treppe funktioniert.

Toiletten: Wie berichtet, wird es kein öffentliches WC im Bad Godesberger Bahnhof geben. Damit hatte Klaus Grunwald aus Bad Godesberg eigentlich gerechnet. Er findet, „dass Aufwand, Zeit- und Geldinvestition in keiner Relation mit dem derzeitigen Zustand des Bahnhofs stehen“. Die komplette Sanierung hat am Ende rund acht Millionen Euro gekostet.

Behelfstreppe: Sämtliche Zugänge sind abgesperrt, es stapeln sich Müll und Sperrmüll. Immer wieder steht jemand verdutzt mit dem Koffer da und fragt: „Wie komme ich denn jetzt zu den Zügen?“

Sperrrpausen sind verantwortlich

Das sagt die Bahn: Der Bodenbelag der beiden Bahnsteige sei inzwischen erneuert worden. „Auch die Personenunterführung ist fertig gestellt“, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Dort fehle allerdings noch das Geländer für die zweite, deshalb noch geschlossene Treppe. Offene Leitungen würden verschwinden.

Zwei Aufzüge sind nach Angaben der Bahn fertiggestellt, müssten aber noch vom Tüv, Hersteller und der Bahn abgenommen werden. „Noch in diesem Jahr sollen die Aufzüge in Betrieb gehen“, sagte der Sprecher. Der dritte Aufzug in der Bahnhofshalle sei dagegen noch nicht komplett eingebaut, soll aber voraussichtlich auch noch in diesem Jahr funktionieren.

Für die Dächer auf den Bahnsteigen muss die Bahn die Oberleitung ausschalten. Die notwendigen Sperrpausen seien für die Monate Oktober/November genehmigt worden. Die Fußgängerüberführung werde voraussichtlich Ende November abgebaut. „Die Verzögerungen am Bahnhof Bonn-Bad Godesberg stehen nicht im Zusammenhang mit den Arbeiten am Haltepunkt UN-Campus, sondern resultieren aus den zur Verfügung stehenden Sperrpausen“, so der Sprecher. Nächster Termin für die Gesamt-Fertigstellung: Ende des Jahres – zwölf Monate später als anfangs gedacht.