Brunnensaison in Bonn

Rund 100 Wasserspiele in Betrieb

Dem Knaben sprudelt Wasser aus der Hand: Martin Ammermüller neben dem Paten-Brunnen des Heimatvereins.

BAD GODESBERG. Der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte (VHH) Bad Godesberg hat es vorgemacht: Er übernahm in den vergangenen Jahren Patenschaften für zwei bekannte Brunnen, die jetzt wieder sprudeln und das Godesberger Stadtbild erfrischen.

Wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt wären ohne Paten die Brunnen vielerorts versiegt. Insgesamt zehn Patenschaften sind dieses Jahr bisher stadtweit vergeben, die insgesamt 3250 Euro einbringen.

Der Godesberger Heimatverein wurde zuerst Pate für den Brunnen "Knabe an der Quelle" im Stadtpark. 2013 folgte dann der "Faun und Nymphe"-Brunnen an der Redoute. Im Zuge dieser Patenschaft stiftete der Verein auch noch die Umsetzung des Brunnens um wenige Meter zur Seite, um ihn aus dem Schatten eines Baumes zu holen. "Motivation für die Patenschaft", so der VHH-Vorsitzende Martin Ammermüller, "ist in erster Linie, dass die Brunnen einen hohen künstlerischen Wert haben und in das Stadtbild gehören. Außerdem wurden beide von ehemaligen Mitgliedern unseres Vereins gestiftet."

Die Kosten für eine Patenschaft, die jede Person übernehmen kann, sind unterschiedlich. Sie berechnen sich aus den Wasser- und Stromkosten, müssen aber nicht im Gesamten übernommen werden. Die Stadt Bonn hat für den Betrieb der Brunnen Ausgaben von rund 110.000 Euro jährlich und nimmt jede Art von Beitrag entgegen.

Im Falle des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte betragen "die laufenden Zuschüsse je Objekt rund 100 Euro Wasserkosten jährlich, da die beiden Paten-Brunnen recht wassersparend sind", sagte Martin Ammermüller. Die Umsetzung des Wasserspiels an der Redoute kostete 7000 Euro. Somit konnte der Brunnen, der nun nicht mehr durch Bäume verschmutzt wird, nach etwa 90 Jahren wieder fließen.

Der Vorsitzende des VHH wünscht sich, die Stadt würde "etwas mehr die Werbetrommel für das Patenprojekt rühren". Die bezuschussten Brunnen sprudeln täglich nämlich mehrere Stunden länger als die ohne Paten. Für die Godesberger Heimatpfleger gehört das Engagement dazu: Seit der Gründung vor 145 Jahren haben sie vieles gestiftet, seien es Parkbänke oder die Geschichtssäule, die ihren Platz im Stadtpark gefunden hat.

Der Verein und seine 850 Mitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, den besonderen Charakter der Stadt zu verbessern und mehr Bürger für diese Zwecke zu gewinnen.

Bonner Brunnensaison

Die Brunnensaison hat wie jedes Jahr in der Bonner Innenstadt begonnen. Die anderen Brunnen im Stadtgebiet sind beziehungsweise werden diesen Monat nach und nach in Betrieb genommen. Sie laufen bis Ende September täglich von 12 bis 20 Uhr. Springbrunnen, die einen Paten haben, laufen länger, nämlich von 10 bis 22 Uhr. Nach der Winterpause werden im Frühling Schäden an den Brunnen repariert. Diese sind meistens durch Frost, aber auch durch Vandalismus entstanden.

Pate werden

Patenschaften für die Brunnen im gesamten Stadtgebiet kann jede Person, jeder Verein und jede Institution übernehmen. Bei voller Übernahme der Strom- und Wasserkosten bringt die Stadt eine Plakette mit dem Namen des Spenders an dem Objekt an. Die Patenschaften werden jeweils jährlich vergeben, teilte das Presseamt der Stadt mit. Interessierte können sich ans Tiefbauamt der Stadt Bonn wenden: Telefon 0228/ 774128 oder per E-Mail an ulrike.liedtke@bonn.de.

Weitere Auskünfte zum Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte (VHH) Bad Godesberg gibt es im Internet unter www.vhh-badgodesberg.de