Mehr Platz für Kinderbücherei

Richtfest an Godesberger Johannes-Kirche

Dachdecker Cornelius Diehl sagt den Richtspruch auf. Der neue Anbau soll im November bezugsfertig sein.

Dachdecker Cornelius Diehl sagt den Richtspruch auf. Der neue Anbau soll im November bezugsfertig sein.

Pennenfeld. Nach dem Verkauf der Marienforster Kirche geht es bei der Johannes-Kirchengemeinde mit großen Schritten voran: Für den Anbau des Matthias-Claudius Gemeindehauses hat jetzt das Richtfest stattgefunden.

Dazu werden die Außenanlage neu gestaltet und der Altbau saniert. „Große Sorgen bereitet uns aber noch der Glockenturm“, sagte Hans-Georg Kercher, Vorsitzender des Presbyteriums. Der sei so marode, dass dort in den nächsten Wochen auch schon mit der Instandsetzung begonnen werde. Die Kirche selbst steht später auch noch auf dem Plan.

Man hatte sich für den 200 Quadratmeter großen, von den Martini-Architekten entworfenen, eingeschossigen Anbau entschieden, weil für das Gemeindebüro der Platz nicht mehr ausreichte. In den drei neuen Räumen sollen ab Herbst die Kinderbücherei sowie die Kinder- und Familienarbeit ihren Platz finden.

Auch einen Besprechungsraum wird es geben. Das Dach soll begrünt werden. Darauf stand am Freitag aber erst einmal Dachdecker Cornelius Diehl, der mit einem Schnaps in der Hand den Richtspruch aufsagte und so das Haus in Gottes Hände legte. Das taten auch mit ihren Segenssprüchen die Pfarrer Rainer Fincke und Jan Gruzlak.

Ein zäher Prozess mit vielen Konflikten

„Vier Jahre Planung liegen hinter uns – ein manchmal zäher Prozess, auch nicht ohne Konflikte“, sagte Fincke zu den 30 Gästen des Richtfests und bat am Ende Bauleiter Andreas Haverkamp, doch in den nächsten Wochen neben dem Richtkranz die deutsche Fußballfahne zu hissen. Kercher lobte die gute und schnelle Arbeit der Handwerker. Der Anbau kostet rund 900 000 Euro, mit der Anlage des Gartens kommen am Ende eine Million Euro zusammen.

Doch damit ist es nicht getan: Kercher erwartet einen weiteren sechsstelligen Betrag für die Sanierung des 35 Meter hohen, unter Denkmalschutz stehenden Turms – „dem Fingerzeig Gottes in Pennenfeld“, wie er sagte.

In dem rosteten Stahlträger, der Beton sei angegriffen, das Wasser liefe hinein. „Wenn wir nichts machen, droht er in fünf Jahren einzustürzen.“ Zwei der vier Glocken läuten aus statischen Gründen schon seit einigen Jahren nicht mehr. Laut Kercher sei die Sache aufwendig und äußerst kompliziert, acht Firmen hätten bereits abgesagt. Man sei aber nun soweit, dass es bald losgehen könne.