Pläne für Areal des ehemaligen Streitkräfteamtes

Rege Diskussionen bei der ersten Bürgerversammlung

Anlieger und andere interessierte Bürger diskutieren über die Entwürfe für die Neubauten, die demnächst anstelle des Streitkräfteamtes entstehen sollen.

BAD GODESBERG. 300 Bürgerbriefe hatten die Planer des neuen Wohngebietes auf dem Areal des ehemaligen Streitkräfteamtes an der Deutschherrenstraße verteilt, bevor sie die Entwürfe und Modelle aus dem Architektenwettbewerb am Dienstag erstmals öffentlich in der Stadthalle präsentierten. Dort sind jetzt sowohl die Arbeiten der Sieger als auch die der anderen zehn Büros drei Wochen lang zu sehen und können von allen interessierten Bürgern begutachtet werden.

Bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag zahlte sich die breite Streuung der Einladungen schon einmal aus: Rund 50 Besucher, darunter zahlreiche Anlieger der umliegenden Straßenzüge, wollten die Präsentation nicht verpassen. Wohl auch, um schon einmal erste Kritik an dem Vorhaben loszuwerden. Besonders eine kleine Gruppe älterer Damen aus der Nachbarschaft hatte sich bestens mit kritischen Fragen präpariert.

Die geplanten fünf Stockwerke der Häuser, Sattelgeschoss inklusive, die Bebauung bis an die Deutschherrenstraße und die mögliche Zusatzbelastung für den Straßenverkehr thematisierten die Fragesteller ebenso wie Sicherheit und Gesundheit der Kinder in der Tagesstätte, die ebenfalls gleich neben der Hauptstraße errichtet werden soll. Und so entwickelte sich aus einem Termin, der eigentlich als Ausstellungseröffnung geplant war, eine erste kleine Bürgerversammlung.

Dass ihr noch manch andere Diskussionsrunde zum Thema folgen wird, konnten sowohl Herbert Elfers als Vertreter des siegreichen Darmstädter Architekturbüros Planquadrat als auch Wolfgang Koberski, Vorstand der Soka Bau, sowie Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann glaubhaft versichern: "Wir gehen nicht davon aus, dass wir nur Zustimmung ernten, hoffen aber auf eine kooperative und konstruktive Zusammenarbeit", sagte Koberski.

Während es sich bei den bisherigen Vorlagen um Entwürfe handelt, werden die Entscheidungen im nun anstehenden Bebauungsplanverfahren fallen. Während der bisherige Besitzer des Areals den alten Dienstsitz des Streitkräfteamtes noch abreißen wird, bedarf es zudem noch der Baugenehmigung. Frühestens Ende 2013, so schätzen Fachleute, kann dann der Neubau der "Siebengebirgsterrassen", wie die Siedlung von den Architekten getauft wurde, beginnen.

"Wir sind keine Heuschrecke, der es nur um Gewinnmaximierung geht", hatte Wolfgang Koberski die von ihm geführte Pensionskasse des Baugewerbes eingangs skizziert und unter den Anwesenden zudem mit dem Hinweis um Vertrauen geworben, dass die Soka Bau ihre Neubauobjekte in der Regel langfristig behält, um damit ihre Gewinne zu erwirtschaften.

Im Portfolio sind ausschließlich Mietobjekte, die meisten Mietverhältnisse halten laut Koberski überdurchschnittlich lange: Viele Mieter blieben 30 Jahre und länger. Die Mietpreise für die 250 geplanten Wohnungen, deren Ausstattung sowohl seniorentauglich als auch familienfreundlich sein soll, werden sich am Bonner Mietspiegel orientieren und "im Mittelfeld" angesiedelt sein. Wolfgang Koberski: "Wir wollen kein Ghetto bauen, das gilt sowohl in die eine als auch in die andere Richtung."