Nikolausmarkt in Bad Godesberg

Polizist kauft Rollstuhlfahrerin Reibekuchen

Reibekuchen sind im Rheinland sehr beliebt.

Symbolfoto.

Bad Godesberg. Einer älteren Frau in einem elektrischen Rollstuhl hatte auf dem Nikolausmarkt in Bad Godesberg offenbar Schwierigkeiten dabei, Reibekuchen an einem Stand zu kaufen - bis ein Polizist zur Hilfe eilte.

Die Polizei, dein Freund und Helfer. Dass es sich bei dieser - zugegebenermaßen etwas abgedroschenen - Phrase nicht um eine solche handelt, bewies ein Beamten-Trio auf dem Bad Godesberger Nikolausmarkt. Die Drei hatten nicht nur das große, adventliche Geschehen im Auge, sondern beobachteten auch die kleinen Ereignisse, berichtet ein GA-Leser.

So fiel ihnen eine ältere Frau auf, die mit ihrem elektrischen Rollstuhl zu einem Reibekuchenstand fuhr. Die Dame habe offensichtlich Probleme gehabt, nah an den Stand heranzukommen, so der Leser. Außerdem sei es ihr schwergefallen, das Portemonnaie aus der Tasche zu holen. Das rief die Polizisten auf den Plan. Kurzerhand ging einer zu der Seniorin, die dem Beamten ihre Geldbörse gab - verbunden mit der Bitte, die Reibekuchen zu bezahlen. Doch das tat er nicht. Er steckte das Portemonnaie zurück in ihre Tasche. "Dabei sagte er ihr, wie sie es am besten bei sich trägt, sodass es niemand entwenden kann", beschreibt der Leser. Dann zog er seine Geldbörse heraus und bezahlte die Reibekuchen aus eigener Tasche. Gefolgt von den Worten: "Wissen Sie was, ich lade Sie ein." Die Polizei, dein Freund und Helfer eben.

Wie viele Polizisten täglich auf dem Nikolausmarkt unterwegs sind, sagt die Behörde übrigens nicht. Nur so viel: "Wir sind täglich mit mehreren uniformierten und zivilen Streifen vor Ort", so ein Sprecher. Bisher wurden auf dem Markt rund 80 Leute kontrolliert. Die Folge: zwei Ermittlungsverfahren, eine Ingewahrsamnahme, zehn Platzverweise und elf Betretungsverbote - hauptsächlich gegen Bettler und bekannte Taschendiebe.