Areal an der Mainzer Straße

Platz für bezahlbares Wohnen in Mehlem

Achim Carl (links) und Andreas Thamm auf dem Grundstück Mainzerstraße 36-52. Sie planen hier neue Büros und Wohnungen.

Achim Carl (links) und Andreas Thamm auf dem Grundstück Mainzerstraße 36-52. Sie planen hier neue Büros und Wohnungen.

Mehlem. Die Hafa-Gruppe will ein 8600 Quadratmeter großes Areal an der Mainzer Straße neu gestalten. Ihnen schwebt ein "markantes" Gebäude vor.

Die Hafa-Unternehmensgruppe, die das Haribo-Gelände in Friesdorf neu bebaut, hat jetzt auch ein 8600 Quadratmeter großes Grundstück in Mehlem gekauft. Während in Friesdorf bereits der Abriss läuft, können die bisherigen Eigentümer ihre Büros an der Mainzer Straße 36-52 noch drei Jahre als Mieter weiternutzen. Rund 100 Mitarbeiter der Firma Dormakaba entwickeln hier Sicherheits- und Zutrittslösungen.

Hafa-Sprecher Andreas Thamm sagte, er sei froh, dass diese Arbeitsplätze zunächst in Bonn erhalten blieben. Weil auf dem Areal nach Abriss der Altbauten auch Büros geplant sind, könnte Dormakaba nach einer Interimsphase an den alten Standort zurückkehren. Darüber will Hafa mit dem Mieter noch verhandeln.

Investoren wollen kleine Wohneinheiten

Zurzeit haben die Gebäude auf dem Grundstück, das sich wie ein Tortenstück an die Kreuzung von B 9 und Mainzer Straße schiebt, eine Nutzfläche von insgesamt 3500 Quadratmetern. Im Süden schließen sich Mehrfamilienhäuser der Vebowag an. „Die Lage bietet sich für bezahlbaren Wohnraum an“, sagte Thamm. Wegen der steigenden Quadratmeterpreise in Bonn steige vor allem die Nachfrage nach kleineren Wohnungen. „Wir haben festgestellt, dass die Leute sich eher in der Fläche reduzieren als in der Zimmerzahl“, berichtete Hafa-Vertriebsleiter Achim Carl. Drei Zimmer auf 80 Quadratmetern oder zwei Zimmer auf 50 – „das geht, wenn die Wohnungen optimal geschnitten sind“, sagte Carl.

Für den Wohnteil des Neubauprojekts gilt es, das Raumprogramm zum Beispiel für Familien, Senioren oder Berufseinsteiger zu optimieren. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, dafür aber Anregungen aus den 1950er und 60er Jahren, wo die Wohnungen ebenfalls kleiner bemessen wurden. „Wir probieren, alte Schnitte modern zu interpretieren“, sagte Carl. Die Nähe zum Mehlemer Bahnhof und zu den Lannesdorfer Supermärkten sorgt dafür, dass künftige Mieter kein Auto bräuchten – auch das laut Hafa ein Trend.

"Oberirdische Parkplätze nicht zeitgemäß"

Der schlichte Büroaltbau, die Garagen und der mit Waschkiesplatten verkleidete Trakt im hinteren Teil des Grundstücks müssen weichen. Auch die oberirdischen Parkplätze sind angesichts des Grundstücksmangels in Bonn nicht mehr zeitgemäß. Das Areal passe zum Konzept der Stadt, findet Thamm. Planungsdezernent Helmut Wiesner hatte kürzlich eine Offensive zur Aktivierung von Wohnland gestartet (der GA berichtete).

An der Spitze des Mehlemer Grundstücks sollen voraussichtlich Büros entstehen. „Es soll markant werden, muss sich aber auch eingliedern“, so Thamm. Drei Jahre sind für die Projektentwicklung angesetzt, in denen unterschiedliche Konzepte auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden sollen. Wenn in Friesdorf die Mieter einziehen, könnten die Bauarbeiten in Mehlem weitergehen.