Bad Godesberg

Pfarrzentrum St. Marien wird für drei Millionen Euro renoviert

BAD GODESBERG. "Hier alles raus aus Boden!" So steht es an der Wand hinter dem ehemaligen Eingangsbereich. Klare Anweisungen für die Arbeiter, die seit dem 14. März das Pfarrzentrum St. Marien sanieren. Wobei die Sanierungsarbeiten aktuell vor allem Abriss bedeuten.

"Alles muss raus", von dem alten Gebäude bleibt kaum mehr als die Fassade. Mit rund zwei Jahren Verzögerung wird der knapp 40 Jahre alte Kirchentreff runderneuert.

"Wir schaffen hier eine qualitativ hochwertige Versammlungsfläche, die es so in den Bad Godesberger Gemeinden bislang nicht gibt", erklärt Dechant Wolfgang Picken das rund drei Millionen Euro teure Vorhaben im Burgviertel. Bislang biete keiner der vorhandenen Gemeindesäle Platz für mehr als 100 Menschen. In St. Marien sollen künftig drei Räume zu einem großen, bis zu 300 Sitzplätze fassenden Saal zusammengefasst werden können. "Wir wollen in St. Marien den geistlichen Mittelpunkt für Bad Godesberg schaffen", sagt Picken. Aus den übrigen Gemeinden, auch im Süd- und Rheinviertel, habe es dafür große Zustimmung gegeben.

Anders in Godesberg Nord: Dort wird mit der Fertigstellung des neuen Pfarrzentrums im Zentrum das Pfarrheim Sankt Augustinus geschlossen. Ein umstrittenes Vorhaben, zumal die Räume dort die jüngsten im Viertel sind und, wie Picken selbst erklärt, "noch gut in Schuss" sind. Dennoch habe es keinen Sinn gehabt, das Gebäude seitlich der größten Kirche im Godesberger Zentrum leerstehen zu lassen "und stattdessen die Leute von Sankt Marien nach Sankt Augustinus zu schicken".

Denn klar war: Mit dem Sparprogramm "Zukunft heute" des Erzbistums war die Kirche in Bad Godesberg seit 2004 angehalten, Gebäude aufzugeben. 570 Quadratmeter "qualifizierten Bereich", also Räume für Treffen oder Jugendaktivitäten, bekommen die Gemeinden im Burgviertel aktuell aus Köln finanziert. Zu Beginn der Maßnahmen waren es laut Picken 1532 Quadratmeter zu viel, die "wirtschaftlich das Genick brechen", da sie fortan selbst getragen und deshalb nach und nach abgebaut werden mussten, wie berichtet zum Leidwesen der Gemeinde in St. Augustinus.

Mit der Sanierung des Pfarreizentrums in St. Marien wird im Seelsorgebereich Bad Godesberg das vorerst letzte große Bauvorhaben abgeschlossen. Das aber hat es noch einmal in sich: Markantes Merkmal wird das neue Glasfoyer zum Kirchplatz hin, das den bisherigen Eingang an der Schwertberger Straße ersetzt. "Dadurch wollen wir zur Pfarrer-Minartz-Straße hin einladend wirken. Außerdem wird der Weg von der Kirche zum Zentrum kürzer", so Picken.

Auf das Foyer folgen die drei Säle und die Verbindung ins Pfarrhaus. Im obersten Geschoss werden drei Wohnungen eingerichtet, das seit 2004 leerstehende Jugendheim wird wiederbelebt und erhält einen eigenen Eingang. Außerdem entsteht die Bücherei im ersten Stock, das Pastoralbüro zieht vom Pfarrhaus links nebenan ins Erdgeschoss.

Im Keller soll die alte Kegelbahn wieder nutzbar sein, außerdem wird das Gemeindearchiv hier eingerichtet. Bis zum Weihnachtsfest 2014 sollen alle Arbeiten beendet und die neuen Räume zum Jahreswechsel bezogen sein. "Man spürt in der Gemeinde, dass hier etwas passiert, es herrscht Aufbrauchstimmung", zeigte sich der Dechant schon optimistisch, dass das Ergebnis bei den Gläubigen ankommt. Bis dahin muss allerdings noch einiges "raus aus Boden".

Nicht die letzte Baustelle

Ein letztes großes Projekt in St. Marien steht noch an. In drei bis vier Jahren, wie Dechant Picken sagt, wird der Kindergarten in die Baulücke zwischen dem Markus-stift und den City-Terrassen ziehen. Dafür wird ein Investor gesucht. Am heutigen Standort der "Kita" soll ein meditativer Garten entstehen.