Polizeibilanz für Bad Godesberg

Nur ein Taschendiebstahl auf dem Nikolausmarkt

Polizei und städtischer Ordnungsaußendienst haben das Geschehen auf dem Nikolausmarkt im Blick. Mit dabei sind Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa (Mitte, rechts) und Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (Mitte, links).

Polizei und städtischer Ordnungsaußendienst haben das Geschehen auf dem Nikolausmarkt im Blick. Mit dabei sind Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa (Mitte, rechts) und Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (Mitte, links).

BAD GODESBERG. Es war eine erfreuliche Nachricht, die Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa am Freitag auf dem Nikolausmarkt verkünden konnte. Seit Eröffnung der Buden am 21. November verzeichneten die Beamten lediglich einen Taschendiebstahl in der Innenstadt, im gesamten Stadtbezirk waren es neun Fälle.

Das führt Brohl-Sowa auf verschiedene Faktoren zurück. Da wären die Glöckchen, die an Passanten verteilt wurden und werden. Befestigt an Handy oder Handtasche, sollen sie nicht nur klingeln, wenn sich jemand an der Tasche zu schaffen macht. Sie sollen den Besitzer außerdem sensibilisieren und ihn daran erinnern, seine Habseligkeiten zu sichern.

Hauptgrund dafür, dass die Besucher auf dem Nikolausmarkt vor Taschendieben sicher sind, ist laut Brohl-Sowa, dass seit Juni verstärkt Beamte in Bad Godesberg unterwegs sind. Seitdem gilt das Interventions- und Präventionskonzept für den Stadtbezirk, bei dem die Polizei Unterstützung vom städtischen Ordnungsaußendienst bekommt.

Das Konzept sieht unter anderem vor, potenzielle jugendliche Straftäter bei Kontrollen noch stärker in den Fokus zu rücken. Dabei nehmen die Beamten neuralgische Punkte wie Parks und Rheinallee, aber auch Veranstaltungen wie den Nikolausmarkt verstärkt unter die Lupe. Dort sind die Beamten in Uniform und Zivil sieben Tage die Woche im Einsatz. Unterstützung kommt auch in diesem Fall von der Stadt.

Seit Juni bis zum 23. Oktober gab es laut Ralf Rheidt, Godesberger Wachleiter, 83 Präventions- und Interventionseinsätze in Bad Godesberg. Dabei wurden 1894 Personen und 633 Fahrzeuge kontrolliert und 19 Verdächtige festgenommen. Es wurden 240 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, 490 Verwarngelder verhängt und mehr als 100 Platzverweise ausgesprochen.

Es wurden zunächst zwölf so genannte Bereichsbetretungsverbote gegen polizeibekannte junge Männer verhängt. Sie mussten sich bis Mitte September zwischen 20 und 6 Uhr von Parks und Plätzen fernhalten. Seit diese ausgelaufen sind, gab es ein weiteres Verbot – bis der Nikolausmarkt am 21. November eröffnet wurde.

Seitdem wurden 23 Betretungsverbote für die Bad Godesberger Innenstadt verhängt. Bis zum 23. Dezember dürfen sich die Betroffenen nicht in der City aufhalten. Außerdem gilt das Verbot auch für die Bonner Innenstadt. „Sie bekommen quasi ein Doppelpack“, fasste Brohl-Sowa zusammen. Wer gegen das Verbot verstößt, wird zur Kasse gebeten: Beim ersten Mal fallen 250, beim zweiten 500 und beim dritten 750 Euro an, so Rheidt.

Generell aber gilt

Die im Sommer aktiven Jugendgruppen sind laut Rheidt wegen der Witterung weitestgehend von der Bildfläche verschwunden. Und: Die Betroffenen halten sich an die Verbote, so der Wachleiter. In Bad Godesberg sei bisher ein Verstoß festgestellt worden. Ansonsten gab es seit Eröffnung des Marktes neun Platzverweise, mehr als 200 Personen wurden kontrolliert.

Dass Polizei und städtischer Ordnungsaußendienst in Bad Godesberg so präsent sind, werde im Stadtbezirk positiv bewertet, sagte Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke. Es zeige, dass die Sorgen der Bürger ernst genommen würden. Denn: „Sicherheit ist nicht nur ein faktisches, es ist ein zutiefst emotionales Thema“, so Stein-Lücke. „Die Menschen wollen die Polizei nicht in der Kammer, sie wollen Polizei auf der Straße.“