Kurfürstenallee

Nummer 6 so gut wie verkauft

So gut wie verkauft: Das Haus an der Kurfürstenallee 6.

BAD GODESBERG. Um die kurfürstliche Meile, genauer gesagt um die Häuser mit der Nummer 6 und 7, ging es im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Sitzungen des Wirtschaftsausschusses und der Bezirksvertretung Bad Godesberg.

Dabei folgten die Politiker der städtischen Beschlussvorlage, das Gebäude an der Kurfürstenallee 6 zu verkaufen. Die endgültige Entscheidung fällt im Rat. Der Veräußerung der Liegenschaft mit der Nummer 7 wurde noch nicht zugestimmt. Dort besteht nach GA-Informationen noch Prüfbedarf.

  • Liegenschaft Nummer 6: Das Gebäude soll für einen hohen sechsstelligen Betrag den Besitzer wechseln. In Zukunft soll dort ein Notariat eingerichtet werden.
     
  • Liegenschaft Nummer 7: Wie aus der nicht-öffentlichen Beschlussvorlage hervorgeht, möchte einer der Bieter in dem Gebäude, dessen Verkehrswert mit 530 000 Euro festgesetzt wurde, einen Kindergarten errichten. Bevor entschieden wird, welcher potenzielle Käufer den Zuschlag erhält, soll die Verwaltung nach GA-Informationen prüfen, ob an dieser Stelle Bedarf für einen Kindergarten besteht und ob sich daraus ein Mehrwert für die Stadt ergibt.

Doch das ist noch nicht alles, was mit Blick auf das Gebäude nach Wunsch der Politiker getan werden muss. Denn die Stadt hat das Grundstück, auf dem das Haus Nummer 7 steht, für den Verkauf anders zugeschnitten: Soll heißen, dass das Areal in Richtung Kurfürstenbad ein wenig verkürzt, dafür aber zur Seite deutlich ausgeweitet wurde.

Insgesamt ist das Grundstück dann rund 978 Quadratmeter groß. Auf der freien Flächen wäre rein theoretisch noch Platz für einen Neubau. Wie der GA aber erfuhr, hatte die Stadt angegeben, dass dort nicht gebaut werden könne, weil dort Versorgungsleitungen lägen, an die man stets herankommen müsse. Anscheinend konnten die Politiker diese Argumentation aber nicht nachvollziehen.

Nach GA-Informationen kam die Frage auf, was passiere, wenn die Leitungen nicht mehr benötigt würden. Dann könnte das Areal zum Baugrundstück umgewidmet werden und erführe eine Wertsteigerung, hieß es aus der Politik. Deswegen soll die Stadt nun nachverhandeln und für diesen Fall eine Nachzahlungsklausel im Kaufvertrag für das betroffene Grundstück installieren.

Die frühere Nutzung der Häuser: Beide Häuser wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von der Kölner Bankiersfamilie vom Rath erbaut. Die Nummer 7 diente bis vor einigen Jahren als Jugendzentrum K 7. Die Nummer 6 war Sitz der Bezirksverwaltungsstelle und der Bezirksbürgermeister, bis diese vor rund zwei Jahren ins Haus an der Redoute umzogen.