Händel-Oratorium "Saul"

Neugierig machen auf 300 Jahre alte Musik

Stimmungsvolle Kostproben aus dem Oratorium "Saul" von Georg Friedrich Händel machen neugierig auf die große Aufführung in der Kölner Philharmonie.

BAD GODESBERG. Liebe und Eifersucht, Politik und Macht, Vision und Hoffnung: Georg Friedrich Händels Oratorium "Saul" habe "richtig viel Stoff" zu bieten, erläuterte Thomas Neuhoff gestern den Schülern der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (ESG).

Der Leiter des Bach-Vereins Köln kam am Dienstag mit Sängern und Musikern des Vereins nach Bad Godesberg, um Jugendlichen des ESG das Werk Händels näherzubringen. Und das sei gar nicht so leicht mit Musik, die fast 300 Jahre alt ist, gab Neuhoff zu.

Die Sänger und Musiker stellten Händels großes Oratorium "unplugged", also ohne Verstärker, und in kleiner Besetzung in der Schulaula des ESG nach. Spannung bot die Vertonung der Bibelgeschichte allemal: Der Hirtenjunge David besiegt den mächtigen Goliath und wird dafür vom Volk verehrt. Dem eifersüchtigen König Saul ist der junge David ein Dorn im Auge und Saul beschließt, ihn umzubringen. Das junge Publikum hörte sich das alttestamentarische Drama gespannt an - und diskutierte.

"Handelt Saul egoistisch?" Diese Frage stellten sich Oberstufenschüler des ESG, die die Aufführung mit Zwischentexten begleiteten. Sie kamen zum Schluss, dass sich Saul von Macht und Eifersucht habe blenden lassen, auch wenn er Gutes getan habe. Die ESG beteiligte sich auch musikalisch an der Aufführung. Zwei Schülerinnen begleiteten den Trauermarsch für König Saul an Querflöte und Bratsche, fünf Sängerinnen zwischen Klasse 5 und 8 sangen beim großen Jubelchor für David mit. "Ein bisschen aufgeregt sind wir schon", sagte Fünftklässlerin Nina vor ihrem Einsatz. Doch Singen mache ihnen allen Spaß, versicherte sie.

Jugendliche für Musik zu begeistern sei auch eines der Anliegen des Bach-Vereins Köln, so Thomas Neuhoff. Die Werkeinführung des "Saul"-Oratoriums an der ESG sei ein Vorgeschmack auf das Konzert am 19. April in der Kölner Philharmonie: "Wir hoffen natürlich, dass sich viele Jugendliche das große Konzert anschauen wollen", sagt Neuhoff. Sein Verein macht seit einigen Jahren Werkeinführungen in Bonner Schulen und bietet Schülern kostenfrei Karten zu Konzerten in der Kölner Philharmonie an. Auch Mitsingen ist möglich. Bei der Aufführung des "Saul"-Oratoriums am Sonntag, 19. April, sind 30 Schülerinnen aus fünf Bonner Schulen im Chor des Oratoriums dabei.