Bürger können mitbestimmen

Neues Leitbild für Bad Godesberg

Blick von der Godesburg auf die Bad Godesberger Innenstadt: Beim Leitbildprozess geht es auch um Fußgängerzone.

Blick von der Godesburg auf die Bad Godesberger Innenstadt: Beim Leitbildprozess geht es auch um Fußgängerzone.

Bad Godesberg. Am 19. April beginnt der Leitbildprozess für Bad Godesberg, an dem sich jeder beteiligen kann. Ziel sind 20 konkrete Projekte, die am Ende umgesetzt werden.

Wie soll Bad Godesberg in 20 Jahren aussehen? Was könnte sich ändern? Was muss sich ändern? Bei der Beantwortung der Fragen muss niemand tatenlos zuhören. Im Gegenteil: Bei der Entwicklung eines Leitbilds für den gesamten Stadtbezirk mit seinen 13 Ortsteilen sollen möglichst viele Bürger mitmachen – bei zwei Konferenzen, bei Workshops und beim Sammeln von Ideen im Internet. Startschuss ist am 19. April, der Prozess endet in der ersten Jahreshälfte 2019.

Bei der Vorstellung des Konzepts und des Ablaufes gab Geografin Barbara Zillgen vom begleitenden Planungsbüro Dr. Jansen in Köln zu, dass „Leitbildentwicklung“ vielleicht ein sperriger Begriff sei. In der Praxis gehe es aber darum, „welche Identität der Stadtbezirk künftig haben wird“. Stärken und Schwächen sollen herausgearbeitet und zukunftsorientiert diskutiert werden.

„Ich freue mich, dass es losgeht“, sagte Stadtplanungsamtsleiter Michael Isselmann. „Es lohnt sich, bei solchen Prozessen mitzuwirken.“ Das habe sich schon bei früheren Projekten gezeigt. Als Beispiel nannte er die Soziale Stadt Tannenbusch, wo etwa das Einkaufscenter komplett umgebaut wurde, ein neues Studentenheim entstanden ist und das verrottete, ehemalige Möbelhaus Boss nun auch bald abgerissen wird. Unterm Strich sind 19 Millionen Euro nach Neu-Tannenbusch geflossen, 70 Prozent davon waren Fördergeld.

ISEK mit 20 konkreten Projekten

Für den ersten Schritt der 2016 beschlossenen Leitbildentwicklung Bad Godesberg stehen nun 80 000 Euro zur Verfügung. Am Ende soll auch ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu Papier gebracht sein, das 20 konkrete Projekte benennt. Das ist Voraussetzung für mögliche Förderungen und soll auch dazu dienen, die langfristige Vision mit ersten Schritten Wirklichkeit werden zu lassen. Die einzelnen Schritte für die kommenden Monate:

Die Mitarbeiter vom Büro Jansen machen seit Wochen eine städtebauliche Bestandsaufnahme und fotografieren verschiedene Ecken von Bad Godesberg. Das Ganze wird bei der ersten Konferenz am 19. April vorgestellt, um sich mit den Bürgern Gedanken zu Vielfalt, Zusammenleben und vielem mehr zu machen. Einen Tag später beginnt die Onlinebeteiligung.

Kinder und Jugendliche sollen mitmachen

Expertenworkshops beschäftigen sich unter anderem mit den städtischen Gebäuden der kurfürstlichen Zeile und der Entwicklung der Innenstadt. Die Teilnehmer, darunter auch Immobilieneigentümer und Unternehmer, formulieren Ziele und überlegen, wie sie sie erreichen können.

Es geht raus auf die Straße, wo bestimmte Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche zum Mitmachen aufgefordert werden. „Genaueres wird gerade erarbeitet und noch vorgestellt“, sagte Zillgen. Ihr Kollege Sven Wörmer ergänzte: „Wir werden dann einen Entwurf für ein Leitbild erarbeiten.“

Diesen Entwurf stellen die Geografen bei der Leitbildkonferenz am 27. Juni vor. Sie diskutieren mit den Teilnehmern, ob alles in die richtige Richtung geht, und besprechen erste konkrete Maßnahmen. Schließlich folgt die Erstellung und Vorstellung des ISEK mit 20 Projekten. Dabei geht es dann auch um Kosten.