Mobile Jugendarbeit in Godesberg

Neues Angebot für alle ab 14 Jahren

04.10.2012 BAD GODESBERG. Der lang ersehnte Jugendtreff in Bad Godesberg wird noch etwas auf sich warten lassen, trotzdem soll es im Stadtbezirk bald ein Angebot für Jugendliche geben - und zwar unter freiem Himmel, an den Orten, an denen sie sich regelmäßig aufhalten. Die mobile Jugendarbeit ist ein Vorläufer des geplanten "One World Cafés".

Wie berichtet, wollen die Evangelische Jugendhilfe Godesheim und das Hermann-Josef-Haus in Abstimmung mit der Stadt den Treff für Jugendliche ab 14 Jahren im Hansa-Haus eröffnen. Wann dies der Fall sein wird, ist aber noch unklar: Das Gebäude muss komplett saniert werden, "wobei derzeit nicht abzusehen ist, über welchen Zeitraum sich diese Renovierung hinziehen wird", so die Verwaltung. Deswegen ist es auch nicht möglich, die vorgesehene Testphase für das Café im Hansa-Haus stattfinden zu lassen.

Die Jugendlichen sollen nicht unter der Ungewissheit leiden. So entstand die Idee, ein mobiles Team einzusetzen, bis der Treff im Hansa-Haus eine Heimat gefunden hat. Laut Stadt, die mit Godesheim und Hermann-Josef-Haus ein Konzept für die mobile Anlaufstelle entwickelt hat, kümmern sich drei Mitarbeiter um die Jugendlichen. Mindestens einer im Team soll laut Konzept ausländische Wurzeln haben. Das Angebot richtet sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe, vielmehr sollen alle Jugendlichen ab 14 Jahren erreicht werden.

Das Team geht dorthin, wo sich die Jugendlichen treffen, so zum Beispiel an die Rheinallee, zum Bahnhof oder in den Kurpark. "Das Miterleben und Kennenlernen der Lebenswelten der Jugendlichen ist von zentraler Bedeutung", so das Konzept.

Prinzipiell sind die Mitarbeiter zu Fuß unterwegs. Um möglichst flexibel zu sein, bekommen sie einen Kleinbus mit dem Logo "One World Café". Neben der erhöhten Mobilität habe der Bus Vorteile: Man könne auch bei schlechtem Wetter unterwegs sein, sich für vertrauliche Gespräche zurückziehen, Materialien wie Flyer und Spiele mitnehmen und Getränke anbieten. Durch die andere Methodik und Herangehensweise imitiere das Projekt nicht die Streetworker, sondern ergänze deren Angebot.

Die Mitarbeiter werden fünf Tage pro Woche, möglichst auch am Wochenende, zwischen 17 und 22 Uhr unterwegs sein. Ziele sind unter anderem, Gewalt und Konflikte zu vermeiden, zwischen Jugendlichen und Vereinen und anderen Freizeiteinrichtungen zu vermitteln, die soziale Kompetenz zu fördern, den Jugendlichen Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihre Alltagskompetenz zu stärken. Das Team ist Ansprechpartner, Vermittler und Moderator, berät die Jugendlichen, plant Aktionen mit ihnen und hilft bei der Durchführung.

Das Ziel, ein "One World Café" im Hansa-Haus zu eröffnen, wird weiterverfolgt, betont die Verwaltung. Die mobile Jugendarbeit sei ohnehin ein wichtiger Bestandteil des Treffs. Dieses Puzzlestück werde nun aufgegriffen, die Vorlaufphase gestartet. (Ayla Jacob)