Umzug zur Rigal'schen Wiese

Neuer Zeltplatz für Bonner Weihnachtscircus gefunden

Bad Godesberg. Weil der Bonner Weihnachtscircus im vergangenen Jahr buchstäblich im Matsch versunken ist, ist jetzt ein neuer Zirkusplatz gefunden: die Rigal'sche Wiese in Bad Godesberg.

Das Gelände der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter war für die Veranstalter eine Notlösung. „Bei Regen versackte alles“, erinnert sich Circusdirektor Manuel Fischer. „Die Instandsetzungskosten der Ackerfläche haben die Saison zum Verlustgeschäft gemacht.“ Bereits vor dem Aufbau musste er rund 200 Tonnen Sand und Stroh aufschütten, damit die Wagen Halt fanden. Nasse Füße bekamen trotzdem nicht nur Zuschauer und Akrobaten, auch die Fahrzeuge standen während des Gastspiels tief im Schlamm und waren zwischenzeitlich sogar festgefroren.

Die Suche nach einem neuen Platz begann sofort, hinter den Zirkusmachern liegt eine Zeit der Unsicherheit. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun eine neue Heimat haben“, sagt Manuel Fischer. Er lobt die „sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn“ und den Einsatz von Stadtdirektor Wolfgang Fuchs. Fischer kommt selbst aus einer traditionellen Zirkusfamilie, schlägt inzwischen aber nur noch einmal im Jahr für den Weihnachtszirkus die Zelte auf. Am 15. Dezember ist am neuen Standort Premiere.

Das Zelt wird laut Presseamt der Stadt Bonn auf der Wiese aufgebaut, so dass auf dem Parkplatz Rigal'sche Wiese in der Weihnachtszeit keine Stellflächen wegfallen. Anträge von anderen Zirkusunternehmen, die die Wiese ebenfalls als Zirkusplatz nutzen möchten, gibt es bisher nicht. Offen ist noch die Frage, ob das Gelände an der Beethovenhalle nach der Sanierung ebenfalls wieder als Zirkusplatz zur Verfügung steht. Hier hatte nicht nur der Weihnachtscircus, sondern auch Roncalli und Flic-Flac ihre Zelte aufgebaut.

Das 11. Gastspiel ist ein "rheinisches Jubiläum"

Weil das 11. Weihnachtsgastspiel ein „rheinisches Jubiläum“ ist, holt die Zirkusfamilie für einen Benefizabend jecke Unterstützung. Bei „Circus meets Karneval“ am 13. Dezember finden sich Artisten und bekannte Karnevalsbands für einen guten Zweck in der Manege zusammen, darunter „Kempes Feinest“ und die „Domstürmer“. Der Erlös der Veranstaltung ist für den Bunten Kreis Rheinland bestimmt, der sich für die Familien schwer kranker Kinder einsetzt. „Bei einer so wichtigen Sache aktiv zu helfen, war uns ein großes Bedürfnis“, sagt Fischer, der selbst Familienvater ist.

Regie im weihnachtlichen Zirkuszelt führt – wie bereits im vergangenen Jahr – Louis Knie. Das Programm soll die ganze Familie ansprechen. Spannend wird es beim Duo Vladimir, das buchstäblich auf Messers Schneide balanciert. Die Brüder bieten nicht nur Handakrobatik in Perfektion, sondern arbeiten dabei auch noch mit frisch geschliffenen Schwertern.

Auch das Todesrad dreht sich in Bad Godesberg. „The Gerlings“ aus Kolumbien schlagen auf dem Außenrad Salto oder machen Seilspringen bei voller Rotation? Beim Bonner Weihnachtscircus sind sie zum ersten Mal dabei.

James Spindler, einer der jüngsten Tiertrainer Deutschlands, war bereits beim Zirkusfestival in Monte Carlo zu sehen. Er bringt seine Pferde mit in die Manege, was besonders die Kinder freuen dürfte.

Etwas zu Lachen gibt es mit Starclown André. Er setzt sich in die Badewanne – nicht etwa um den Schlamm vom letzten Gastspiel abzuwaschen, sondern um Seifenblasen aufzuwirbeln.

Bis die ersten Zirkuswagen in Bad Godesberg anrollen, vergehen noch einige Monate. Mitte August beginnt erst einmal der Vorverkauf. Ab Anfang Dezember ist dann auch die Zirkuskasse auf der Rigal'schen Wiese geöffnet. Vom großen Feuerwerk zur finalen Silvestergala haben dann auch die Godesberger Nachbarn etwas.