Godesberger Kirchengeschichte

Neuer Kunstführer über die Michaelskapelle

Der Hochaltar in der Michaelskapelle.

Der Hochaltar in der Michaelskapelle.

Bad Godesberg. Der Bonner Stadtarchivar Norbert Schloßmacher hat für den Förderverein einen Kunstführer über die Michaelskapelle geschrieben, deren Geschichte eng mit dem wechselvollen Schicksal des Burgbergs verbunden ist.

Im Sonnenschein leuchtet dem, der den Godesberg erklimmt, irgendwann das frisch verputzte Weiß der Michaelskapelle unter den schwarzen Schieferdächern entgegen. Von oben grüßt die Ruine der Godesburg. Und hier ist über dem Rundbogenportal der Kapelle das Wappen des bayerischen Auftraggebers aus dem 17. Jahrhundert ins Mauerwerk eingelassen. Sie ist dem Erzengel Michael gewidmet.

Seinerzeit war mit Giovanni Pietro Castelli sogar ein bekannter italienischer Künstler für die qualitätvollen Stuckarbeiten der Gewölbe und der Altaraufbauten verpflichtet worden. Neugierig betritt der Besucher den Bau, dem eine Eremitage angeschlossen ist. Um alle Details des hochbarocken Kleinods würdigen zu können, sollte man dabei den gerade erschienenen Kunstführer zur Hand nehmen.

Den hat Bonns Stadtarchivar Norbert Schloßmacher als Mitglied für den 2009 gegründeten Förderverein Michaelskapelle verfasst. In den Jahren 2013 und 2014 konnte diese einzige im Rheinland während des Zweiten Weltkriegs unversehrt gebliebene Stiftung des Kölner Kurfürst-Erzbischofs Joseph Clemens von Bayern dank des Vereins grundlegend restauriert werden. Schloßmacher kann also anhand des gut restaurierten Zustands berichten.

Erst einmal stellt er in dem handlichen und mit vielen Detailfotos und Plänen ausgestatteten Heftchen die bewegte Geschichte dieses Baus vor, die eng mit dem wechselvollen Schicksal des Burgbergs verbunden war. Und dann steigt er in angenehm lesbarem Stil in die Baubeschreibung ein. Die für die hiesige Kunstlandschaft einzigartige Stuckausstattung ist sozusagen ihr Markenzeichen

Schloßmacher beschreibt die großen Gemälde der Seitenaltäre ebenso wie die Stuckfelder etwa mit der Andeutung der Sieben Gaben des Heiligen Geists. Er verweilt bei den Bildfeldern mit Fresko-Malereien wie bei den blendend weißen Figuren zur Michaelslegende am Hochaltarretabel. Das Raumprogramm der Kapelle zeige in aller Deutlichkeit die Handschrift ihres Bauherrn, konstatiert der Stadtarchivar. Und dieser Erzbischof habe den Michael, den „Beschützer der göttlichen Ehre“, würdigen wollen.

Die Restaurierungsgeschichte zeige leider, dass circa alle 20 Jahre erneuter Nachholbedarf bestehe, weiß der Verein und ist deshalb nach der Bauaktion vor vier Jahren weiter aktiv. Man müsse auf die nächsten Herausforderungen vorbereitet sein und Spenden sammeln. Demnächst werde man über aktuelle Aktionen informieren.

Der Kunstführer ist über den Förderverein, Burgstraße 45, E-Mail info@foerderverein-michaelskapelle.de, zu erhalten.