Gaststätte in Bad Godesberg

Neueröffnung des Aennchens im Oktober

Bad Godesberg. Noch im August beginnt die Renovierung des leerstehenden Restaurants "Zur Lindenwirtin". Der neue Eigentümer bleibt weiter im Hintergrund.

Das Aennchen wird renoviert: Fest steht seit Mittwoch, dass die Arbeiten am 21. August beginnen. Anfang bis Mitte Oktober soll das Traditionslokal dann eröffnet werden. Wer der neue Eigentümer ist und wer es letztlich betreibt, bleibt weiterhin im Dunkeln. Die Renovierungsarbeiten übernehmen Maler Gregor Cramer aus Rheinbach und Innenarchitektin Afrodite Thisiadis. Sie wollen das künftige Restaurant einheitlicher und moderner gestalten, dabei aber das alte Mobiliar aufgearbeitet erhalten.

Verabschieden müssen sich die Gäste aber wohl von all den alten Bildern, Postkarten und vertrauten Gegenständen, die damals zur Einrichtung gehörten und nun im Bonner Stadtarchiv und im Stadtmuseum untergebracht sind. „Es soll ja auch ein bisschen anders werden“, sagt Cramer. So wird wohl ein Stück des musealen Charakters verloren gehen, den viele Godesberger Gäste schätzten. Vieles erinnerte an das alte Studentenlokal, das für manchen in einer Linie mit der Godesburg und der Redoute steht.

Hellere Gestaltung und neue Beleuchtung

1971 sei der Fehler gemacht worden, alles abzureißen, sagt Cramer. Entsprechend steht das neue Haus, das nur einige Meter entfernt wieder aufgebaut wurde, nicht unter Denkmalschutz. Cramer verspricht, dass die Seele des Hauses erhalten bleibe. „Es hat nachher vielleicht noch was mehr Seele als vorher.“ Denn zuletzt sei vieles zusammengewürfelt gewesen, teils auf alt getrimmt – etwa durch die dunklen Balken samt rotem Anstrich.

Das Haus sei ansonsten gut in Schuss, sagt Cramer. Eine Renovierung reiche, es werde nur eine neue Küche eingebaut – auf Wunsch des neuen Kochs. Eine Baugenehmigung dafür sei entsprechend nicht notwendig.

Nach dem Feuer im Juli, als ein Brandstifter am Aennchen Müll angezündet hatte, sind auf der Rückseite noch die Brandschäden zu sehen. Verkohlte Holzbalken liegen hinter einem rotweißen Flatterband, ein Zaun ist zum Teil verbrannt, einige Scheiben verrußt. „Ein Teil des Küchendachs muss neu gemacht werden. Das ist kein größerer Schaden“, so Cramer. Zur Gaststätte gehören ein Gastraum sowie ein kleinerer Raum nach hinten hin zum Garten.

Nach den Vorstellungen von Cramer und Thisiadis wird das Lokal heller gestaltet und bekommt eine neue Beleuchtung. Geplant ist auch ein neuer Außenanstrich: Die jetzt noch von Resten des Efeus umrankten Malereien an der Fassade würden dabei verschwinden. Sie hatten bislang schon von außen sichtbar an die Tradition der Lindenwirtin erinnert.

Spekulationen über die Zukunft des Aennchens

Gekocht werden sollen Gerichte aus verschiedenen Regionen der Welt sowie regionale Spezialitäten, „für die das Aennchen lange Jahre bekannt war“, heißt es. Cramer versichert, dass es ein Qualitätsrestaurant und keine Shisha-Bar werde – wie Gerüchte in Godesberg geheißen hatten.

Nach GA-Informationen handelt es sich bei den neuen Eigentümern um eine Familie aus dem Bonner Raum, die sich selbst einen Betreiber gesucht hat. Derzeit ist noch nicht klar, wie das neue Restaurant heißen und ob es in Andenken an die Lindenwirtin das „Aennchen“ noch im Titel tragen wird. Cramer und Thisiadis selbst hatten im Januar den ersten Kontakt zu ihrem Auftraggeber, der das Ensemble im vergangenen Jahr gekauft hatte.

Seitdem spekulieren die Godesberger über die Zukunft des Aennchens – viel auch in den sozialen Netzwerken. Mit der Ankündigung der Neueröffnung und Renovierung wollen Thisiadis und Cramer der Gerüchteküche nun Einhalt gebieten, wie sie sagen.