Maßanfertigung für Christuskirche

Neue Orgel für Thomas-Kirchengemeinde

Auf der Empore der Christuskirche mit der alten Ott-Orgel: Pfarrer Oliver Ploch (l.) und Orgelbauausschuss-Chef Max Ehlers. FOTO: BONGARTZ

Auf der Empore der Christuskirche mit der alten Ott-Orgel: Pfarrer Oliver Ploch (l.) und Orgelbauausschuss-Chef Max Ehlers. FOTO: BONGARTZ

Plittersdorf. Die Firma Winterhalter aus dem Schwarzwald baut die neue Orgel für die Christuskirche. Das neue Instrument wird passgenau auf den Innenraum der Kirche zugeschnitten.

Bevor Ende kommenden Jahres der erste Ton in der Christuskirche an der Wurzerstraße erklingt, hat die neue Orgel längst ihre Feuertaufe hinter sich. Denn das Instrument wird vorher, im Mai, schon komplett in der Werkstatt aufgebaut. Dabei handelt es sich um die Orgelbaufirma Claudius Winterhalter im Schwarzwald. Die Feinplanungen für die richtigen Maße von Brettern und Pfeifen sind bald abgeschlossen.

Mit dem neuen Instrument soll wieder Gefühl ins Gotteshaus kommen, denn davon hat die Ott-Orgel von 1956 nicht soviel zu bieten. Ihre ans Neobarock angelehnten Töne sind eher nüchtern, hoch und schrill und „nicht an den Raum angepasst“, wie es der Orgelbauausschussvorsitzende Max Ehlers sagt. „Sie lässt sich auch nicht mehr wirklich stimmen.“ Zudem seien die Register schwergängig, einiges mehr müsste repariert werden, sagt Oliver Ploch, Pfarrer der Thomas-Kirchengemeinde. Wenn das nur nicht zu teuer wäre: Zu dem Ergebnis kam am Ende Manfred Schwarz, der Orgelbausachverständige der Landeskirche.

Die sanierte Ott wäre dann trotzdem nicht befriedigend gewesen. „Das ist dann so, als wenn man mit einem alten Rennrad über eine Buckelpiste fährt, man aber eigentlich ein Mountainbike dafür benötigt“, sagt Ehlers. Einige Interessenten hätten sich die Orgel schon angeschaut, aber noch niemand sein Kaufinteresse bekundet. Es gebe aber Mitglieder der Gemeinde, die gern eine alte Pfeife kaufen würden, so Ploch.

Ende 2015 entschied sich die evangelische Gemeinde für ein neues Instrument. Die Experten erkundigten sich auch bei Klais in Bonn, entschieden sich am Ende aber für die Schwarzwälder, die auch schon Sankt Winfried in Gronau bestückt haben. Das hat aber laut Ehlers auch den Hintergrund, dass damit die Orgellandschaft in Bonn vielfältiger wird, weil eben nicht alles aus einem Haus kommt.

Orgel kann

Die neue Winterhalter kommt nicht von der Stange: Sie wurde mit Manfred Schwarz zusammen entwickelt und auf das Gotteshaus von 1953 zugeschnitten – gerade auch wegen der trockenen Akustik. Sie kann auch digitale Signale über eine Midi-Schnittstelle verarbeiten: Das bedeutet, dass Lieder von einer CD abgerufen werden könnten und die Orgel dann automatisch spielt. „Das wollen wir aber eigentlich gar nicht nutzen“, sagt Ehlers. Er kann sich aber schon vorstellen, dass der Musiker Schleifen (Loops) einspielt, die dann als Unterlage für weitere Stimmen automatisch durchlaufen. Die Digitalisierung macht auch das Stimmen übers Mobiltelefon möglich, was einer allein erledigen kann.

Die neue Orgel kostet schlüsselfertig bis zu 800.000 Euro. 210.000 Euro sind mittlerweile schon gespendet worden, indem die Gemeindemitglieder symbolisch eine Pfeife als Pate erstanden haben. „Wir hoffen auf weitere Spenden“, sagt Ploch. Die fehlende Summe werde die Gemeinde dann später finanzieren. Dem Pfarrer ist wichtig, dass die Leute trotzdem nicht weniger in den Klingelbeutel für diakonische Aufgaben und Hilfsprojekte geworfen haben.

Die alten Rückpositive an der Brüstung – also die Pfeifen hinter dem Rücken des Kantors – werden komplett verschwinden. Ansonsten müsse an der Empore nicht viel verändert werden. „Es wird optisch ganz anders“, verspricht Ploch, was vor allem an den großen Pfeifen liegt. Die Form des ganzen sei asymmetrisch und modern, die Einzelteile in sich verschränkt. Es gebe auch ein Beleuchtungskonzept. Bis Ende 2018 müssen sich alle aber noch gedulden. „Vor Weihnachten ist sie drin“, verspricht Ehlers.

Mehr auf pfeifenpate.de. Pfeifen sind in einer Spanne von 50 bis 2000 Euro zu haben.